Montag, 17. Dezember 2018
Spontan wieder im Leben anderer auftauchen; manchmal sogar in meinem eigenen. Die verloren geglaubte Person, the lost son (daughter).

Verloren geglaubtes reanimieren.
Mich in verloren geglaubte Kämpfe stürzen und das Ruder rumreißen
Das Blatt wenden, wieder und wieder.

Ich bin der Phönix und die Asche.

Ich wirble Staub auf.
Kann alles überwinden, sogar mich selbst.
Immer wieder, eine Katzenhaaresbreite vom Abgrund entfernt. Ich kann so tief (ver)sinken, dass ich glaube, selbst zum Abgrund zu werden.

Ich bin der Abgrund
und das Zündholz für den Funken, der mich wieder ins Diesseits explodiert.
Hinterlasse verbrannte Erde und bin doch aus ihr geschaffen.




Montag, 24. September 2018
"Mut habe ich genug, um barfuß mitten durch die Hölle zu gehen."




Freitag, 27. Juli 2018
Mr."Ich kann gerade generell keine Beziehung haben, weil Therapie und so" hat bereits drei Wochen nach Beziehungsende eine neue Freundin und ich daraus resultierend erstaunlich wenig Probleme damit, die Sache als für mich erledigt zu betrachten.

Ebenfalls erledigt ist bald die zunehmend angespannte Wohnsituation; ich habe eine kleinere WG (eine weitere Person außer mir) in der Innenstadt gefunden, die 100 Euro weniger kostet, sich über Katzen freut, und mir Gesellschaft in Form einer bunthaarigen, Metal hörenden Mitbewohnerin mit Katzentick bringt sowie eine nette alte Vermieterin, die schwer dafür ist, dass die Katzen und ich einziehen - "Mensch, nehmen Sie die mit! Sie zwei Damen sind ja beide partnerlos und nicht so die Feiermaeuschen, da ist es doch schön, wenn zuhause zwei schnurrende Fellknaeuel warten. Wenn Sie noch ne dritte aufnehmen mögen, sagen Sie halt vorher Bescheid, dann kriegen wir das auch geregelt".
Und, zum Thema alternatives Aussehen: "Ich finde das ja so hübsch mit den Metallringen bei Ihnen beiden, und mit den bunten Haaren bei Frau Mitbewohnerin. Da krieg ich immer gute Laune, wenn eine neue Farbe drin ist! Und das mit den Taetowierungen ist auch so eine schöne Sache, ich finde das gut, wie Sie Ihren Körper so frei gestalten. Vielleicht mach ich das auch mal, wenn das bei so alter Haut noch geht."
Laeuft bei mir!

Weitere Statusmeldungen:
Uni und Studienkredit nach wie vor ungewiss.
Falls mir beides und damit auch die Geldquelle um die Ohren fliegt, bleibt nur eine Ausbildung oder ein duales Studium. Falls nur die Uni mir um die Ohren fliegt, sich geldtechnisch aber eine Lösung findet: Studienfachwechsel. 2,1er-Abitur plus derart viele Wartesemester (mein Abitur war 2013) eröffnen doch einige Möglichkeiten, die ich vorher nicht hatte.

Festival: Eines geplant, eines wird es werden. Anreise wird ein Donnerstag, entlassen werde ich am Mittwoch zuvor.

Tagesklinik und was danach so kommt: Entlassung s.o., betreutes Wohnen danach seitens Chefarzt zunaechst in Erwaegung gezogen, dann aber verworfen. "Das würde Ihnen zwar die Sicherheit und Routine geben, die Sie möchten und auch brauchen, um gewisse Dinge zu lernen, aber faktisch werden die Mitbewohner dort Ihrem Intellekt nicht gewachsen sein, und ich glaube, das wird Sie langweilen oder frustrieren, und dann kommen sie bloß auf dumme Gedanken. Außerdem wüsste ich hier keine Gruppe, in die Sie mit Katzen dürfen." - "Das ist mein K.O.-Kriterium. Ich werde meine Katzen nicht weggeben, Herr Chefarzt." Chefarzt lacht, wie auch bei der "dumme Gedanken"-Bemerkung, herzerwaermend. " Dann müssen Sie die auch nicht weggeben und wir regeln das anders. Neue Therapeutin suchen wir mit Ihnen, Betreuer halte ich für eine Möglichkeit. Keinen rechtlichen, aber einen, der Ihnen hilft, das zu lernen, was Ihre Eltern versaeumt haben, Ihnen beizubringen, wie Sie vorhin sagten."

Diagnosenbündel und Medikation: Ebenfalls in Erwaegung gezogen und dann, wie ich finde netterweise, wieder (zunaechst) verworfen wurde der Einsatz von Lithium. Passt zwar auf die endlich gefundene (und korrekt, differenziert und mit "wir nehmen uns die Zeit, die es braucht" ausgeführte) Diagnose des Hauptschuldigen im Falle des Verfalls meiner besonderen Persönlichkeit, aber auch hier ist Chefarzt der Meinung, dass mein Hirn und ich genug draufhaben, um uns bei Weiterbehandlung mit der aktuellen Medikation in Kombination mit Therapie und sozialer Unterstützung echt gute Chancen, klarzukommen, zu attestieren.
Denn, meine Damen und Herren, ich bin vielleicht wunderpraechtig bipolar-affektgestört-von meiner Mutter nachhaltig traumatisiert (ich erinnere mich auf einmal wieder an Dinge, die zuvor "weg" waren und das ist Zeug dabei, das gar nicht mal so nett ist), aber halt auch krass sensibel für so ziemlich alles. Und diese Schwaeche erklaere ich hiermit zu meiner großen Staerke.
Mir ist ein derart riesiger Hinkelstein vom Herzen gefallen, als mir mal jemand erklaert hat, dass meine "krasser Scheiß"-Phasen sich ebenfalls als (Hypo-)manie klassifizieren lassen und deren Erscheinungsformen diverser sind, als ursprünglich von mir vermutet, und meine Diagnose somit "legitim" ist, auch, wenn ich anders bin als die anderen zwei mit dem gleichen Stempel.
Mein Leid ist legitim.
Und es hat einen Namen.
Das macht es real, und das macht es haendelbar.
Wessen Namen du kennst, über den hast du Macht.

Und verdammtnochmaleins, mein Leid ist legitim.
Ich bin nicht wahnsinnig, ich bin nicht verrückt, ich bin nicht unerklaerbar. Das, was das mit mir macht, hat einen Namen, Therapieansaetze und medikamentöse Stützen, die es ein wenig bannen können, und seit meine Therapie (die Einzelsitzungen, nach der Entlassung folgt der Rest) an diese neu erhaltene Diagnose angepasst wurde und auch die Medikamente, habe ich zur Abwechslung das Gefühl von und Vertrauen auf Besserung und darauf, mit mir und der Welt umgehen zu können.
Und eine gewisse Frustration darüber, dass das, bis auf einen Neurologen, der es in Erwaegung zog, keiner vorher mal genauer angeguckt hat. Ich sei "zu reflektiert" für bipolar, wurde mir mal gesagt.
Und ich hab mich so gewundert, dass kein Medikament so wirklich das Wahre war, und in den ganzen Aufs und Abs immer mehr Momente zu finden waren, in denen ich befürchtete, tatsaechlich den Verstand zu verlieren, oder alleine auf der großen weiten Welt zu sein mit dem, was so in mir passiert.
Joke's on my brain, so besonders sind wir gar nicht, der Übeltaeter ist fassbar.
Eine der schönsten Erkenntnisse der letzten Zeit.

Außerdem vermute ich, dass es für das extreme Maß an Angst, zu viel/zu anstrengend/zu naehebedürftig/zu laut und vielredend und letztlich zu aufmerksamkeits- und bestaetigungsheischend zu sein, das ich bestaendig empfinde, keinen rationalen Anlass gibt.
An Unsicherheiten kann man arbeiten, und ansonsten habe ich die Aufmerksamkeit, die ich aktuell brauche, auch einfach mal sowas von verdient, ey.
Ich hab krassen Scheiß erlebt, gemacht, und abgewehrt, und wenn man viel zu sagen hat und ein guter Geschichtenerzaehler ist, ists vielleicht auch okay, wenn man das viel tut.
Mantra-Satz aus einer Gruppensitzung mit der Blümchenkleidfrau, die permanent brechreizerregend gute Laune hat: "Ich bin die Aufmerksamkeit, die ich mir wünsche, wert und ich habe sie verdient".
(Ein anderer Mantrasatz ist der Klassiker des "Ich liebe mich selbst", was, neben Masturbationsassoziationen bei mir lediglich mentales Kreiselkotzen hervorruft wie auch ihre anderen Flower Bombs der Klischeeklavierkorbblütler).

Ebenfalls festgestellt: Ich habe das Potential zur genialen (und phasenweise nicht nur gefühlt, sondern jetzt auch offiziell bestaetigt (hypo-)manischen) Künstlerin. Schaffe es regelmaeßig, die Kunsttherapeutin zu verstören und immer mal wieder, den Mitpatienten ein "Genau SO fühle ich mich! Wie das Bild!" zu entlocken. Wer kann, der kann.



Und, ebenfalls hingekriegt:
Seit Tagesklinikstart kein Tropfen Alkohol, nicht mal ein Radler beim Grillen. Keine Feiereskalationen, keine Freundschaftplusgeschichten gestartet und auch sonst niemanden aufgegabelt, somit: nicht irgendwo aufgewacht und sich eklig gefühlt, weil man sowas wie Naehe und Bestaetigung brauchte und meinte, es (oder die Illusion davon in ausreichender Intensitaet, um sich selbst was vorspielen zu können) durch Sex zu erhalten.
Keine Stronger-than-reality-Crushes, ein bisschen Schwaermerei, aber eine von mir gut beobachtete, damit es nicht ausartet, denn es ist nur Schwaermerei und keine megagroße Liebe und langsam kann ich sowas auch ganz gut in mein Hirn klopfen.


Ich bin 24 geworden, Kater Mayhem 12, wir leben beide noch.
So far, so good.




Montag, 4. Juni 2018
Wieder herzgebrochen und allein; der andere Mensch möchte sich um sich selbst kümmern, auch im therapeutischen Rahmen, und habe dabei keine Kapazitaeten für eine Beziehung mit mir/mag mich nicht mehr sehen/fühlt sich bei mir nicht mehr wohl.

Vorhergesehen, natürlich; aehnlich wie bei Mr.Gaunt, und aehnlich wie bei ihm hat es sich erst am Ende verbal offenbart, dass ich nicht paranoid war, sondern einfach eine gute Intuition hatte.

Hab ich also auch mal gesagt, dass ich wen liebe, auch mal um eine zweite Chance gebeten.
Natürlich wurde sie mir verwehrt.


Ab jetzt also wieder aussitzen und auf bessere Zeiten warten, plus der Versuch, die Hoffnung zu entsorgen.

Oh, und ich upgrade meinen Therapiemodus; die Tagesklinik stellte sich so in den Raum und ich bin ihrem Ruf gefolgt. Eigentlich schon vor der Trennung (vergangenen Samstag erfolgt), aber jetzt wohl doch auch ganz angebracht.
Haetten mich nach dem Vorstellungsgespraech heute am Liebsten stationaer geparkt oder zu Fachkollegen mit etwas mehr Ahnung von Borderline geschickt; freilich ohne zu wissen, ob die Diagnose überhaupt passt.
Warte auf Rückruf und bin kommende oder übernaechste Woche für vierzehn Tage testweise dabei, Studienkreditstressor (faellt bei Krankheitssemestern etc aus und will mich seit ein paar Semestern fertigstudiert sehen eigentlich) und Uniendzeitpanik hin oder her (man würde sich im Fall der Faelle mit denen auseinandersetzen).
Beruhigend, dass ich vielleicht doch psychische Gesundheit über finanzielles Wohlergehen stellen kann (?).
Ja, jedenfalls geht's jetzt dann wohl doch erstaunlich bald los.
Inklusive Gruppentherapie und -sport.
Mein Arsch wandert auf Grundeis.