Samstag, 24. Oktober 2015
Da draußen im sogenannten real life gibt es mich noch.

Ich habe den Mann mit dem Serienmördergrinsen, Dr.Satan, wiedergetroffen und sehr erfolgreich erlegtobert, um dann festzustellen, dass ich mir meiner Sache auf einmal gar nicht mehr so sicher bin.
Da ich aber durchaus fähig bin, aus vergangenen Fehlern zu lernen, habe ich das diesmal auch gesagt.
Wir schauen, was daraus wird oder auch nicht.

Der Mensch, der sich gerade ganz vorsichtig den Weg zu meinem Herzen bahnt, vielleicht sogar, ohne es zu wissen, ist der überzeugendste und überzeugteste Idealist, den ich bisher kennenlernen durfte.
"Er" steht in dem Fall für "Mensch", weil ich mir nicht ganz sicher bin, mit welchem Pronomen ich hantieren soll und es bisher auch nicht weiter wichtig war.
Er sagt, meistens ist er ein Mann, manchmal aber auch eine Frau, etwas dazwischen, oder nichts davon, und dass ich eine der wenigen Personen bin, bei der man wirklich das Gefühl hat, dass das egal ist und man einfach als Mensch gesehen wird.

Wir kennen uns aus der Theatergruppe, der ich beigetreten bin, weil es nach über sechs Jahren mal wieder sowas von Zeit dafür war.
Laut Rollenheft bin ich seine Ehefrau, laut emotionaler Statusabfrage dabei, ein bisschen verschossen zu sein. Was nichts macht und einfach zufrieden im mentalen stillen Kämmerlein kultiviert werden kann, da er eine ausgeprägte Näheallergie hat, keinerlei zwischenmenschliche Beziehungsform außer Freundschaft als für sich geeignet ansieht, und das, kombiniert mit Asexualiät und Ansätzen von Misanthropie die ganze Sache sowieso nicht so einfach machen würde.
Aber bisher finde es angenehm so, wie es ist.


Neben emotionalem Wirrwarr stellen meine weiteren Hauptbeschäftigungen gerade 6h Russisch pro Woche und jede Menge anstehende Referate, Protokolle und Hausarbeiten in meinen eigentlichen Fächern dar.
Hinzu kommt das wohldosierte Verabscheuen meiner neuen Mitbewohnerin, des Hippies und überhaupt aller Menschen, die hier regelmäßig wohnen, Katzen betüddeln, und ach ja, zwischendurch lag ich recht lange flach und habe mehr vor mich hingelitten als ein Mann mit Schnupfen.

Werfe mich nun wieder in die Welt da draußen und gelobe vorsichtig, eventuell mal wieder öfter zu schreiben.

Peace, Love und Black Meddl,
mayhem over and out.