Von meinem sicheren Platz in der hintersten Ecke der Bushalte aus den letzten großen Liebeskummerauslöser (der, der mich an meinem Verstand zweifeln ließ, weil gespürt habe, dass wir es eben nicht "einfach entspannt auf uns zukommen lassen"; der dauernd das "du bist schon weiter als ich" im Bezug auf unser Wasauchimmer "diagnostizierte"; dem ich nach Monaten aus der Nase ziehen musste, dass ich eben DOCH Recht hatte, und er es bereut, der einfach von Anfang an hätte sagen können, ok, Ausrutscher, passiert, lass uns das mal darauf beruhen lassen - mit dem ich zum Glück wenigstens nicht geschlafen habe, sonst hätte ich mich noch mieser gefühlt) aus einem Bus steigen sehen.
Revue passieren lassen, wie immer deutlicher wurde, dass er kein stilles, tiefes Wasser, sondern eben eine trübe Pfütze ist, und gemütlich in seinen Sümpfen, deren Existenz er negiert, paddeln fährt - freilich, während er gleichzeitig mir erklärt, dass ich dieses und jenes Problem habe, das er natürlich treffsicher diagnostiziert und für das er die ultimative Lösung gefunden hat: "Entspann dich mal".

Mental festgehalten, ich habe diese Eigenart, Menschen nicht einfach so zu idealisieren, sondern ganz perfide, indem ich nicht nur sehe, wer sie sind, sondern vor Allem auch, wer sie sein könnten. Und dass aus der Situation mit ihm eine meiner Mantra-Weisheiten, nein, zwei, entsprungen sind:
- Ich bin eine Frau und kein Rehazentrum.
- Ich muss nicht alles aushalten, was ich aushalten kann.
Und die Erkenntnis, die schmerzhafte, mit der ich noch nicht ganz auf neutraler Bekanntschaftsebene bin: Jeder hat ein Recht auf sein eigenes Leid, sein eigenes Unglück, und darauf, so lange und so schmerzhaft oder so ignorant und indifferent darin zu verharren, wie er es eben möchte.

Ein paar Sekunden vielleicht; er hat mich nicht gesehen, ist mit einem Kumpel ausgestiegen und dann weiter gelaufen. Kurze Unterbrechung der spontanen Traurigkeits- oder Verzweiflungsmomente, die ich aktuell immer mal wieder bekomme und die sich als Novum erweisen, weil sie sehr plötzlich sehr intensiv sind und vollständig darauf verzichten, mir beim Einlass ihren Ausweis zu zeigen oder wenigstens zu sagen, woher sie kommen und warum.
Ein Zug an der Dampfe, noch während dem Einatmen ist er samt Kumpel aus meinem Blickfeld verschwunden und mein Gehirn, dieses Wunderwerk des Wahnsinns, hat den passenden, feststellenden Abschluss- und Fazitbukowski unter den Scheinwerfer gerückt:

besides
there is
no way
I would welcome
the
intolerable
dull
senseless hell
you would bring
me
.


Ich habe nicht vor, etwas anderes als weiter zu machen.