Montag, 26. Dezember 2011
Der Feindinfreund wirkt genauso begeistert wie ich, allerdings steigert sich seine Begeisterung ins Unendliche, als wir, nach 10 Minuten Aufdemparkplatzwarten, von einem Bekannten seiner Freundin gesichtet werden und sie von diesem umarmt und hochgehoben wird.
Ich finde den Bekannten auch nicht gerade sympathisch, was aber daran liegt, dass er stolz erzählt, wie betrunken er doch ist, und aus seinem Shirtkragen ein Teil der Brusthaare den Weg in die Freiheit gefunden hat. Uwaaaaah.
Stelle ich zu hohe Ansprüche an die Männerwelt, wenn ich ein im Zaum gehaltenes Brusthaar...toupet wünsche?
Anyway. Wenigstes war ihm nicht kalt, und dank ihm waren wir es, die an der Schlange vor der Luxusabsteige vorbeigewunken wurden und geradewegs Richtung Bühne marschieren konnten, ohne von irgendwem aufgehalten zu werden, und der Gitarrenmann auf der Bühne war trotz übertriebener Nebelmaschinen-(argh, schon wieder.. ich habe das letzte Mal noch nicht verarbeitet)Laser-Blitz-Licht-Flash-Show so gut, dass er sogar davon ablenkte, dass wir uns in der Luxusabsteige befanden, die so... nichtabsteigenlike ist, dass man dort vermutlich sogar gefahrlos den Wasserhahn auf der Toilette aufdrehen und gleich die Hände zum Waschen drunterhalten kann.
Verkehrte Welt.

Entweder lag es daran (Kulturschock, wer weiß..), oder vielleicht auch an den vor uns stehenden Pubertätsidioten, die sich trotz genügend Platz vor ihnen immer weiter gegen uns drängelten, sodass mir nichtmal klatschen möglich war, weil ich die Hände nicht nach oben nehmen konnte, dass mir mit der Zeit ziemlich schwindlig wurde.
Dehydrierung schloss ich aus, ich habe Frittenbude und vorher Egotronic durchgetanzt, ohne was zu trinken, Schwangerschaft war ebenfalls eher unwahrscheinlich, höchstens spontan unbefleckte Empfängnis, so zu Weihnachten, somit beschloss ich, weiter witzuwippen und dem Gitarrenmann zuzuhören, vielleicht würde sich das Schwindliggefühl ja noch verabschieden (Ja, als Rotkreuzmensch sollte ich es besser wissen).
Als mir dann bei Zugabe Nr.1 nicht mehr nur schwindlig war, sondern die Rückenschmerzen auch unerträglich wurden, überlegte ich, eventuell rauszugehen, an die frische Luft, vielleicht würde es ja auch gegen die spontane Übelkeit helfen.
Schlau wie ich bin, wollte ich die Feindin bitten, mitzukommen, sichtete aber dummerweise genau in dem Moment das Problem und seine neue Freundin auf der Treppe neben uns und redete, wohl aufgrund dieser Ablenkung, vermutlich zu leise oder in die falsche Richtung.
Jedenfalls reagierte sie auf mein aus akutem "Mir wird schwarz vor Augen" resultierendes Festklammern eher verzögert, ließ sich dann aber dazu herab, mich nach draußen zu begleiten. Schwankende Frau Mayhem vorbei am Problem und sehr vielen Leuten, die ich alle nur als schwarze Konturen im schwarzen Flimmern wahrnahm, und alles, was ich dachte, war, nicht umkippen. Nichtumkippennichtumkippennichtumkippen.
Alles wird gut. Nur nicht umkippen.
Keine Ahnung, was die dachten, bestimmt, dass ich betrunken war oder so, war ich aber nicht, bin ich ja praktisch nie. Nichtumkippen.
Da, Stufen. Nicht runterfallen. Bänke? Reingeräumt, Winter. Aber ne Mauer. Mit Geländer. Nichtumkippen.
Auf die Mauer setzen. Gottseidank.
Atemerleichternde Haltung. Stelle aber fest, dass Übelkeit und Schwummrigsein schlimmer sind als die Luftholprobleme, lasse es somit und bitte die Feindin, mir irgendwas zuckerhaltiges, trinkbares zu holen.
Und sobald ich wieder ansatzweise klar denken kann, meldet sich das schlechte Gewissen. Wegen mir verpasst sie die Zugaben des Gitarrenmanns.
Draußen sind nur die Kettenraucher, die rauchen müssen weil sonst ihre Welt untergeht, der Rest ist drinnen, beim Gitarrenmann, oder ein Stockwerk tiefer, bei Drum'n' Bass oder in der Bar zwischendrin.
"So Maus." Die Feindin drückt mir eine Flasche Cola in die Hand, selbst nachdem ich sie geleert habe, geht es mir nicht besser, aber die Feindin friert und ich sehe zumindest wieder was, also gehen wir rein, in die Bar, wo es auch Sitzmöglichkeiten gibt.
Ganz langsam, ich bei ihr eingehakt.

In der Bar ist es voll und verraucht und das Licht ist grün,so ein schönes blaugrün. Fichtenwaldgrün. An den Wänden hängen Bilder von Auftritten, die hier mal stattgefunden haben, und die Tische und Stühle erinnern schon eher an die Absteige.
Ich mag das.
Außerdem die Kuriositätensammlung hier, man sieht auch andere Großohrlochträger und Hautverzierte außer mir, und als die Feindin mich Richtung Tresen zieht, um meine leere Flasche abzugeben, begegnen wir ihrem Bekannten, und er sucht Körperkontakt zu mir und ich sage, Alter, kannste knicken.
Und weil es mir so scheiße geht weil und das Problem eine Freundin hat, packt mich auf einmal das Selbstbewusstsein, und ich überlege, den beim reingehen gesichteten Halbgutaussehenden, der beim anderen Barkeeper herumsteht und auf sein Getränk wartet, doch mal anzusprechen.
Einfach so, um zu gucken, wie er so reagiert. Wenn gut, dann gut, ansonsten ists halt doof, aber meine Güte, mein Herz hat gerade zu viel zu tun, um an jemanden verschenkt zu werden.
Ich lasse es trotzdem, das mit dem Ansprechen, weil mich eine Horde Mitkollegiatinnen sichtet und in ein Gespräch verwickeln will, doch just in dem Moment steigert sich mein Schwindelgefühl und die Übelkeit gleich mit, sodass mich die Feindin weg von ihnen und auf einen freien Barhocker schubst. Anscheinend funktionerte gerade halten auch nicht mehr so gut.
"Maus, ich bin gleich wieder da, ich sag nur meinem Freund Bescheid. Beweg dich am besten nicht hier weg, ok?" Und weg war sie.
Hm. Langsam wieder Klarheit, aber der Rest immernoch scheiße. Vorsichtig drehte ich den Kopf und sah mich weiter um. War ja auch ganz nett hier.
Und weil die doofen Zufälle nur dann passieren, wenn sie gerade nicht passen, sichte ich tatsächlich den Fremden, nichtmal weit weg, fast direkt neben mir. Mit Reden war halt leider nix, weil mein Kreislauf spontan beschlossen hatte, sich in den Keller zu stürzen und dort zu bleiben.
Blöd, aber noch blöder war, dass ich zwar Ansprechmut hatte, aber es am Physischen scheiterte. Denn der Fremde war nicht alleine, sondern mit Begleitung da. Zwei Vermutlichfreunde, von denen mich einer wohl vom Barhocker gehauen hätte, würde dieses Risiko nicht sowieso schon bestehen.
Nicht klassisch schön war er, dafür war seine Nase zu groß.
Skischanzennase, genau wie meine. Auch ansonsten nicht überdurchschnittlich, so rein objektiv betrachtet. Aber ich betrachte ja nicht objektiv.
Sein Gesicht hatte etwas besonderes, irgendwie,nicht näher definierbar, was und er hatte braune, längere Locken, Durchwuschelhaare.
Allein das hätte im Extremfall schon gereicht, in Verbindung mit der Restperson kam aber etwas interessantes raus. Ich tippe auf Musiker, er hat so etwas an sich, man erkennt das mit der Zeit..
Vielleicht ja ein Bandkollege, oder ein Absteigenbekannter des Fremden.
Irgendwie kommt er mir ja auch bekannt vor.. mir fällt aber nicht ein, woher. Hab das Gesicht aber schonmal gesehen, mehrmals sogar. Hm.
Als er etwas zur anderen Fremdenbegleitung sagt, stelle ich fest, dass für die Stimme des Wuschelhaarigen das selbe gilt wie für den Rest: Nicht klassisch schön, aber interessant, auf positive Art und Weise. Irgendwie ja doch ganz angenehm.
Im Gesamtbild wesentlich besser, als es jetzt klingt, und ich hätte vermutlich "anziehend" geschrieben und wäre total verknallt gewesen, wäre ich nicht gerade irgendwie seelisch kaputt.
Ja, wäre ich nicht gerade irgendwie seelisch kaputt, wäre ich wahrscheinlich massivst geflasht gewesen von dieser Person, und hätte ich trotzdem das "Ach, scheiß drauf, ich rede jetzt mit dem"-Gefühl gehabt, dass ich hatte, hätte ich vermutlich.. ja, mit ihm geredet.
So saß ich da, in dieser Bar, einer Absteigenoase in der Luxusabsteige,und man hörte sogar hier den Gitarrenmann noch.
Er sang darüber, dass er, wenn er die Welt retten müsste wie Tim Bendzko, die Welt Welt sein lassen würde und zu seinem Mädchen gehen würde, um den Rest solle sich irgendein anderer Idiot kümmern.
Und dann war das Lied rum, und der Gitarrenmann sang über traurige Liebe, und ich dachte mir, verdammt Feindin, mach schneller, ich muss hier raus.
Fehlte nur noch, dass das Problem auftauchte, doch dieser Zufall blieb mir glücklicherweise erspart.
"Willst du was trinken?" Der Barkeeper tippt mir auf die Schulter, in seinem Gesicht steht eine Mischung aus freundlichem Interesse und Genervtsein.
"Nein Danke, ich hab mich nur hingesetzt, weil mir schwindlig und nicht so gut ist.. ist das ok?"
-"Ja schon ok, aber bevor du umkippst, sag Bescheid, alright?" Wie seltsam er dieses "alright" ausspricht.

"Naja, wenn der ... am Schlagzeug sitzt, kann garnix schiefgehen!" Der Fremde, ausnahmsweise normallaut.
Bei diesem Satz grinst er, und anscheinend sitzt seine interessante Begleitperson am Schlagzeug, jedenfalls schaut die nach unten, leicht verlegen. "So gut bin ich jetzt auch nicht..." Uh, bescheiden ist er auch noch.
Vielleicht auch regelmäßiger Absteigenbesucher.
Falls ja, und falls mein Ansprechmut bleibt, und ich mich wieder auf die Reihe kriege, und alles besser wird....
Schon wieder so viele Eventualitäten in dem Satz, die mich verunsichern, so weit, bis ich wieder in meinem Normalzustand bin.
Ein bisschen beobachte ich den Schlagzeuger noch aus dem Augenwinkel, wie er redet, mit Gesten, aber nur, wenn er etwas betonen will, das breite Grinsen, mit Zähnen, wenn er lacht, und wie seine Locken ein bisschen mitwippen, wenn er begeistert von etwas erzählt.
Die Feindin kommt wieder, mit Freund, ich rutsche von meinem Barhocker und halte kurz inne.
Der Gitarrenmensch singt "Ja wenn das ein Film wäre,dann hätte er spätestens jetzt Applaus verdient".
Er singt immernoch über traurige Liebe, glaube ich, und er macht das sehr schön, meiner Meinung nach.
Er kommt von hier, wo er jetzt gerade spielt; ich habe mal wieder eine Heimfahrt vor mir, während der ich vermutlich länger schlafen werde als früher während Physik.
Aber ich fühle mich da verstanden, gerade, jetzt, in diesem einen Lied, und mit dem einen Lied, da hätte er mich fast zum Weinen gebracht.

Aber die Feindin, der Feindinfreund, ihr Kumpel und ich, wir gehen, weil sie weiterwollen, ein letzter Blick zurück und der Schlagzeuger schaut mich an, ganz kurz, weil da auf einmal Bewegung in die Masse kommt, dann sind wir draußen, und da stehen das Problem und seine Freundin, einfach so. Und er guckt. Aber nicht zu mir, sondern zu ihr. Glücklich. Sie. Sie wirken so glücklich.
Stehen da rum und sind einfach so glücklich.




Samstag, 24. Dezember 2011
Thema: gefunden.


Frohe Weihnachten.




Heiligabend, Samstag.

morgens.
Aufgeweckt vom Geschrei der Vatersfreundin (Frohe Weihnachten allerseits) begebe ich mich in Richtung Küche, um zu erfahren, was sie diesmal zum verzweifelt-wütenden "Wieso muss immer ich die Arbeit von anderen Leuten??" gebracht hat. Die Antwort auf ihre Frage lautet übrigens in fast jedem Fall: Weil sie es freiwillig macht. Meinetwegen vom Putzzwang angetrieben (sieht lustig aus mit den zwei "z"), in jedem Falle aber immer, bevor jemand anderes es überhaupt ansatzweise in Angriff nehmen konnte.
Ich erwarte also entweder Tragödie eins: Sie musste die Katze füttern, was bei ihr bedeutet, Futter bis der Napf, so einer von den großen, weil die Katze sich als Kind gerne reingesetzt hat und auch nur dann gegessen hat, überquillt, weil das arme Tier ja hier ansonsten verhungern würde , denn entgegen der Meinung von mir, der Futterverpackung, der Tierärzte, die ich bereits in ein Gespräch mit ihr geschleift habe und der Ratgeberbücher, die ich, wenn sie sich doch einmal mit in eine Buchhandlung gewagt hat, aus dem Regal gezogen und vor ihr aufgeschlagen habe, bekommt die Katze ja viel zu wenig Futter. Sähe man doch daran, wie sie jedes Mal durchdreht, sobald sich die Vaterfreundin dem Schrank, in dem Futter und Co. sind, nähert.
(Den Vorschlag, die Katze sei ja nicht dumm und wisse, dass sie von der Vatersfreundin immer was bekommt, weshalb sie so einen Aufstand macht jedes Mal, lehnt die Vaterfreundin rigoros ab). Gestern Abend also 70Gramm abgewogen, damit sie sich besser vorstellen kann, wieviel das ist. War natürlich nicht "Napf voll". Natürlich lag das keinesfalls daran, dass sie der Katze zu viel füttert, nein, die Waage war selbstverständlich kaputt, obwohl sogar Papa Mayhem bestätigte, dass das Gerät einwandfrei funktioniert.
Also ein genervtes "Is gut, ich fütter die nichtmehr...das arme Tier" ihrerseits, ein "GUT" von mir, und die sichere Gewissheit, dass der Napf bei der ersten Gelegenheit wieder überquellen wird.
Tragödie zwei wäre ein eventuell noch nicht geleerter Mülleimer, was sogar sehr wahrscheinlich war, da die Generalleerung der Mülleimer, die bei uns einfach nicht früher voll werden, generell Samstags durchgeführt wird.
Diverse andere Szenarien fielen mir auch noch ein, eventuell als Rache für die Tatsache, dass man gegen eine Waage, die funktioniert, eben nicht argumentieren kann.
"Morgen". Ich schaltete in den bewusst gleichgültigen Modus, ließ diverse böse Blicke ihrerseits und solche, die in die Kategorie "versuchter Mord" fallen müssten und von meinem Vater abgefeuert wurden, abprallen, machte mir meinen Tee und ignorierte die brodelnde Ignoranz einfach zurück.
Ich meine, hey, es ist Weihnachten. Das Problem hat eine neue Freundin, mein rotes Kreuz musste gestern ohne mich feiern, weil mich niemand abholen und hinfahren wollte, meine Hennamischung hat entgegen jeder Logik ihre Farbintensität von "nix" hin zu "Mist, die sind ja so gut wie dunkeldunkeldunkelbraun" gesteigert und das Ergebnis wird von immernoch hellorangen Flecken an den dümmsten Stellen (Hinterkopf...Anfängerfehler, nach all den Jahren) aufgelockert, ich habe der Zweckgemeinschaft fürs Einkaufen gehen abgesagt, weil ich sowieso nur am heulen wäre, der Student hat einen Pseudokonkurrenten in Form des halbschwulen Fotographen bekommen, der einfach nicht locker lässt, und ich möchte beiden ein "verdammte Scheiße ich hab keinen Nerv für sowas, und für euch sowieso nicht, nicht auf dieser Ebene" ins Gesicht schlagen, aber da das ihre Gefühle verletzen würde, mach ichs nicht und versuche eher, die Sache dezenter zu klären.

Und die alte Sache meldet sich so selten, aber freut sich so sehr, wenn wir uns sehen, während unsere Freundschaft von Distanz zerschnitten und der seltsamen Entfremdung aufgegessen wird.


abends.
Die andere Verwandschaft, how wonderful. Vatersfreundinsohn verkündet, er und seine Lebensgefährtin werden heiraten, ich muss mir dafür freinehmen, das Fotoseminar wird ohne mich stattfinden müssen und ein Notfallplan muss her,damit ich rechtzeitig vor Ort bin.
Und da war die Melancholie, noch so ein glückliches Paar..
Mit Kind, das die ganze Zeit das Haus zusammengeschrien hat, sogar mein schwerhöriger Großvater stellte fest, dass das ja irgendwie laut ist, und ich kam abermals zu der Erkenntis, mir später, wenn es so weit ist, statt einem Kind lieber eine (weitere) Katze zu halten.
Ansonsten war der Abend sehr happy family und ich zog es vor, nach mehreren Stunden in die Ruhe der Abstellkammer meines Zimmers zu flüchten.
Geschenke gabs auch, sogar für mich: Pinke Bettwäsche von der Vatersfreundin. Die hätte ich mir doch gewünscht. Stimmt zwar so nicht ganz, statt "stilisiertes, großes Blumenmandala " war das ausgeguckte damals beim schwedischen Möbelhändler "buddhistisch angehauchtes, großes Mandala in Braun- und Goldtönen" (Wie ich diese Bettwäsche bewundert habe...aber 20Euro sind zu teuer für mich), aber natürlich war das unter Garantie keine Absicht, ich bin ja auch ein sehr pinker,blümchenhafter Mensch und weil Weihnachten ist, verzeihe ich ihr. Was bin ich doch großzügig.
Vielleicht kann mans irgendwie punktuell umfärben und erweitern, zum buddhistischen Mandala.

Papa Mayhem schenkte mir auch was, einen Gitarrenständer von einem deutschlandweit bekannten Discounter.
Und alleine die Tatsache, dass er mir was schenkte, war besser als Weihnachten. Kann mir so richtig vorstellen, wie er nach der Arbeit, kurz, bevor der Discounter zumacht, noch reingeht, stirnrunzelnd vorm Sonderangebot stehen bleibt, den Zollstock zückt um zu sehen, ob der Gitarrenständer auch Durchschnittsmaß hat und keine Montagsproduktion ist, und ihn schließlich unter den Arm klemmt (Einkaufswägen sind für Anfänger) und zur Kasse trägt.
Ob ich sowas schon habe, hat er die Vaterfreundin angeblich gefragt. Hat sie gesagt. Wüsste er nämlich nicht, sie wusste es erst recht nicht.
Hatte sowas noch nicht, brauch es eigentlich auch nicht, die Gitarre steht auch so gut, aber es geht ums Prinzip.
Wer braucht schon sinnvolle Geschenke.
Mein Papa hat mir was geschenkt, ihr könnt mir garnix.

Morgen vielleicht nochmal Gitarrenmusik hören. Vielleicht entgegen jeder Logik und Wahrscheinlichkeit den Fremden sehen. Eventuell spreche ich ihn sogar an, ich meine, viel schlechter als aktuell kann es mir sowieso nicht mehr gehen.

Aber mein Vater hat mir was geschenkt.

Und dass den restlichen Tag lang Weltuntergang herrschte und es morgen so weitergehen wird, und übermorgen auch (und die nächsten acht Wochen, weil er Urlaub hat und sie jede freie Sekunde hier verbringt) ?
Egal, sobald ich alt genug bin, werde ich an Weihnachten zufälligerweise "im Urlaub" sein.
In meiner netten, kleinen Wohnung, mit netten Katzen, einer Kanne Tee und Kuscheldecke.




Donnerstag, 22. Dezember 2011
Woran ich erkenne,dass ich doch noch hier bin? Weil es wehtut.
Woher die Schmerzen kommen? Von ihm. (Wie pubertätsdramatisch sich das wieder anhört)


Woran ich erkenne,dass das ehemalige Problem das Adjektiv "ehemalig" zu Unrecht erhalten hat?

Hm, vielleicht daran, dass ich heute fast einen mutmaßlichen Nervenzusammenbruch erlitten habe, als er in der Pause nicht im Oberstufenzimmer, sondern mit einem Mädchen aus dem Jahrgang unter mir eng nebeneinander auf einer Sitzbank saß, und als sich herausstellte, dass dieses Mädchen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht eine Freundin, sondern seine Freundin ist.


Es wiederholt sich, wieder. Fast auf den Tag genau. Und ich steh das nicht nochmal durch.


Und als ich es meinem Vater erzähle, da zeigt sogar er sowas wie Mitgefühl und ich habe einen Anflug von familiärem Verbindungsgefühl, bis er dann sagt, wenn ich morgen eh keine Schule mehr habe, kann ich doch gleich saubermachen.

So verbleibe ich, alleine mit dem Haus und der Katze, und in spätestens einer halben Stunde wird mein verkindlichter Großvater antapsen und mir sinnfreies erzählen, und sobald er weg ist, werde ich weiterschluchzen, so wie damals, vor fast genau einem Jahr.

Wieso ich. Immer wieder. Wieso das, wieso kann ich damit nicht einfach endgültig abschließen..
Und wieso eigentlich immer ich.




Mittwoch, 21. Dezember 2011
"...sondern ich will lediglich ein Leben haben, das mir passt wie eine nicht zwickende Unterhose."

So sitze ich hier, auf dem Veteranensofa, das ich so nenne, weil es das älteste im Oberstufenzimmer ist und zudem aussieht, als hätte es mindestens zwei Weltkriege und drei Revolutionen mitgemacht, wobei, eigentlich sitze ich nicht wirklich, sondern kauere, halb zusammengeklappt, weil das Sofa so eines aus mehreren Kissenteilen ist, die aber nicht mehr miteinander verbunden sind und weil ihm der Unterbau fehlt, weshalb es quasi den Anschein hat, als würde das Sitzmöbel mich auffressen wollen.
Ich sitze nicht alleine hier, da sind auch noch die in den Wänden überwinternden Spinnen, und außerdem habe ich meine aktuelle Lektüre bei mir, natürlich nicht die Schullektüre, wieso sollte ich die auch lesen, sondern eine andere, schönere, und weil sie so schön ist, sitze ich halbaufgefressen zusammengekauert im Sofa und streiche mit meinem winzigkleingewordenen Ikeableistift Textstellen an.
Ich mache das manchmal, Textstellen anstreichen; nicht, wenn ich eigentlich sollte, aber wenn ich freiwillig etwas lese,dann schon. In meinem Faust habe ich auch angestrichen, aber auch hier eher bei schönen als bei wichtigen Textpassagen. So eine Drameninterpretation kann man auch ohne Notizen hinrotzen, wird mit nicht besser, also gehts auch ohne.
Außer den Spinnen, dem Bleistift, dem Buch und mir ist keine weitere Lebensform im Raum, sieht man von der halbverschlossenen Aluminiumitalienerlieferdienstnudelschachtel ab, die auf dem Tisch in der anderen Hälfte des Raumes steht und von der ich jede Sekunde erwarte, dass sie in Richtung Fenster losrennt und sich mit einem piepsigen "Freiheeeeit!" rausstürzt.

Draußen Schneemassen, unendlich viele; mein Zug wird, wieder mal, Verspätung haben und ich, wieder mal, in tiefster Dunkelheit nach Hause stapfen und später die Einfahrt freiräumen müssen. Letzteres zumindest,wenn ich nett bin, mein Vater ist aktuell armverletzt und mein Großvater ist.. mein Großvater.

Beim Lesen musste ich ein bisschen an ihn denken, und ich habe mich gefragt, wieso mache ich so einem Aufstand wegen ihm, als ich gelesen habe, was mein potentieller Lieblingsautor neben Kafka da so schreibt, was sein Protagonist da erzählt übers Vergessen und seltsam werden, nur mit dem Unterschied, dass es da die Mutter ist und auf einem viel dramatischeren Niveau.
Als ich es gelesen habe, musste ich genauso schlucken wie der Protagonist. Ich kannte das ja stellenweise, die Verwirrung, das emotionale, die eingeschissenen Jogginghosen, aber das Nichterkennen, soweit waren wir nie. Soweit kam es nicht, weil sie vorher gestorben ist, und weil es bei ihr keine Geisteskrankheit war , die ihr das Gehirn aufgelöst hat, sondern der Alkohol, und da nichtmal der krasse Mist.
Sicher, es ging schon lange so, meine Mutter hat meinen Vater kennengelernt, da war sie so alt wie ich jetzt, und sogar damals gab es das Problem schon..
Aber die letzten 13 Jahre, als ich dann da war, man muss sich das mal vorstellen, diese Jahre, in denen sie sich endgültig ruiniert hat, da hat sie nur Bier getrunken. Zwischendurch Sekt, mehr nicht.
Dass bald was passiert, habe ich daran erkannt, dass sie zu Wein umgeschwenkt hat.
Sonst nix. Bier und Sekt und zwischendurch Tabletten für eine gesunde Leber, diese verschreibungsfreien, die man kaufen kann so wie Algenkapseln.
Ihre waren mit Mariendistel, die hat sie sich ab einer bestimmten Zeit immer gekauft und die genommen, hat nichts gebracht, ihre Leber war trotzdem doppelt so groß wie eine normale.
Von Bier und ein bisschen Sekt.

Eine dieser gescheiterten Existenzen, was ich so lange nicht wahrgenommen habe..
Sie hat doch immer gesagt, dass das normal ist.
Dass er nicht recht hat, wenn er sagt, sie trinkt, dass das einfach nicht stimmt, fertig.
Und ich dachte dann auch, er hat nicht recht, wenn er sagt, sie trinkt, das stimmt einfach nicht, fertig.
Sie war ja diejenige, die da war, nicht er; und sie fuhr Auto und manchmal holte sie mich ab, und auf seltsame Art und Weise war sie da, für mich.
Gegen Ende immer weniger.
Da war sie da, aber nur physisch und nichtmal das immer, und für mich erst recht nicht.
Und als das Problem mit dem ehemaligen Problem zum ersten Mal extrem wurde, da lag sie schon nur noch im Bett und bewegte sich nur raus, wenn es dringend nötig war und nichtmal dann immer, und meine Arme waren zu der Zeit aufgekratzt und meine Haare schwarz und ich hatte schon aufgehört, mich für sie zu schämen, ich war nur noch am Ende.
Da gibt es kein anderes Gefühl, an das ich mich erinnere, nur dieses Endzeitstimmungsschmerzleerenichtgefühl, und das, was das ehemalige Problem auslöste.
Ich hatte schon längst aufgehört, mich für sie zu schämen, sie ging ja auch nicht mehr unter Leute. Vorher, da hab ich mich geschämt, für ihre "Strähnchen", die sie sich verpasst hatte und die im Endeffekt einen großen, blondierten Fleck auf ihrem Oberkopf darstellten; dafür, dass sie irgendwann in der immergleichen Jogginghose-Sweatshirtkombi unterwegs war, in der sie dann auch gestorben ist; für ihr Verhalten, für all das. Den Eindruck, den sie hinterließ. Dauerhaft war er auf jeden Fall.
Dafür, dass sie mir frühs erzählte, als sie aufs Klo musste, da hat sie die Schlafzimmertüre nicht rechtzeitig gefunden, und unverständig schnaubte, sie wisse garnicht, wo genau mein Vater da jetzt ein Problem sehe, dafür habe ich mich dann nicht mehr geschämt.
Das war der Punkt, an dem ich sogar ein bisschen Angst hatte.
Das, und dass sie nicht mehr gegessen hat, und ich dachte mir, vielleicht ist sie hungeraufgebläht wie die Kinder in Afrika, weil sie trotz rigorosem Fasten nicht dünner wurde, im Gegensatz zu mir hatte sie das nämlich drauf, das Nichtessen, während ich immer wieder in halben Fressattacken endete und das auch heute noch oft genug passiert, auch an und nach Tagen mit wirklich ausgewogener und genug Nahrungsaufnahme.
Dachte, sie sei einfach hungeraufgebläht, das mit der Riesenleber, das konnte ich ja nicht wissen.
Weiß noch, wie seltsam sich das anfühlte, als ich es das erste Mal ausgesprochen habe, dass es der Alkohol war.
"Meine Mutter war Alkoholikerin"; dieser seltsame Satz.
Fühlt sich jetzt noch komisch an, sie sagte doch immer, sie ist keine..
Es hat sich so komisch angehört, als mein Vater es ihrem Bruder gesagt hat, der Alkohol wars.
Und er guckte so geschockt-wissend, der Bruder, weil es ja schon so lange so war. Drei Jahre später habe ich es erfahren,dass es schon länger so war, dass sie auch Fall "schwieriges Elternhaus" ist, wusste ich vorher, auch wenn ihres anders-schwierig war, mit sehr autoritärer Mutter, die ich später zunächst als dicke, konservative, manchmal sturköpfige Frau kannte, die ich nicht mehr ganz so positiv sah, als meine Gefühlsregungen nicht mehr ausschließlich durch gezielte Gabe von Süßigkeiten gesteuert werden konnten, dann nur noch in einem Krankenhausbett liegend und krebskrank, so wie die andere Oma auch, nur lag die ganz spontan in einem Raum mit vielen Schläuchen und war dann so einfach tot.
Und als ich das mit den vielen Schläuchen sah, da musste ich weinen, so richtig filmreif, dieses kurze Schockweinen mit Hand vor den Mund, 12 war ich da und meine Mama noch da, und in einer ruhigen Minute kam sie raus zu mir (der Krankenpflegemensch hatte mir auf einen Stuhl vor der Tür verpflanzt) und sagte, ich solle nicht so ein Theater machen, ich würde die Frau doch genauso wenig mögen wie sie das tue.
Als ihre Mutter das zweite Mal Krebs hatte, war sie schon tot, und ich weiß noch, als mein Vater und ich die Oma besuchen fuhren, sie hatten sie zum Sterben in eine kleine Klinik geschafft, noch kleiner als unsere Schule, und das Gebäude sollte ein paar Monate später abgerissen werden, war genauso dem Tod geweiht wie seine Bewohner. Man geht dort nicht hin, um behandelt zu werden, sondern zum sterben.
Mein Vater stellte es mir frei, mitzugehen, und eigentlich wollte ich, durch unzählige Krankenhausbesuche bei ihr gebeutelt, nicht mit, aber war dann doch da,wir standen um sie herum und sie sah so tot aus und ganz platt, ich weiß noch,dass mir das damals auffiel, wie ein überfahrener Kugelfisch. Wir standen so um sie herum und wussten nicht,was wir sagen sollten; eine seltsame Gesellschaft, sie, ihr sie abgöttisch liebender Sohn mein Pate, mein Vater, den sie immer abgelehnt und für schlecht befunden hatte (wie übrigens die komplette mütterlicherseits-Fraktion meiner Verwandschaft) und ich, die Brut, das,was rauskam, weil meine Mutter es sich herausgenommen hatte, meinen Vater, der doch nichtmal große Liebe war, trotzdem zu heiraten und dann auch noch ein Kind zu bekommen, das sie nicht so wirklich haben wollte, weil Kind zwar einerseits ganz nett ist, aber Karriere ja eigentlich auch, und weil ich dann auch noch die Frechheit besaß, zu früh in diese Chaoswelt zu wollen, musste sie auch noch auf ihre Verbeamtung verzichten.
Als wir meine krebskranke Kugelfischoma wieder verließen, meinte mein Vater, dass es vielleicht das letzte Mal gewesen war,dass ich sie gesehen hatte, damals kam mir das pathetisch vor, aber er hatte recht;
Für meinen Paten war das schlimm, innerhalb eines halben Jahres Schwester weg und Mutter weg, eigene Familie hat er ja nicht, und dann fing ich auch noch an, mich abzukapseln.

ich kapsle mich bis heute ab und weiß nicht wieso; meinem Vater macht das nichts, der mag die andere Verwandschaft da genauso gerne wie sie ihn, aber das schlechte Gewissen belauert mich manchmal, besonders, wenn zum Geburtstag immer irgendwas kommt oder zu anderen Festen,können ja mal Eisessen gehen,wenn du magst. Und ich könnte heulen manchmal, weil ich weiß,dass er traurig ist deswegen, aber melden kann ich mich trotzdem nicht.
Habe schon so lange vor, einen Brief zu schreiben, scheinbar ist schreiben für mich ja die einzige mir noch halbwegs mögliche Kommunikationsform, aber was sollte ich schreiben? Eine rationale Entschuldigung gibt es nicht, und alles andere versteht er nicht.
Verwandschaftsruinen.

Ich fühle mich abgekapselt von sämtlichen Familienbanden, was ist denn übrig? Verlaufen haben sich die spärlichen Reste einer sowieso nie sehr großen Verwandschaft, so viele an Krebs gestorben, die anderen auch, und die Reste melden sich nicht mehr oder ich habe mich weggekapselt, einzig mein Großvater ist noch da, der immer mehr zum Kind wird, seit mein Vater eine Freundin hat, der immer paranoider wird, der vereinsamt, aber meine Nerven so furchtbar strapaziert, dass ich inzwischen schon einen Wegschubsreflex habe, sobald ich ihn bloß sehe, und ich weiß nicht, wohin mit den Aggressionen und ich weiß nicht, ob er merkt, dass man mir anhört, wenn/dass er stört.
Wenn er es merkt, habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn er es nicht merkt.... ich weiß doch auch nicht, wie ich mit der Situation umgehen soll, er vereinsamt und verkindlicht so vor sich hin obwohl wir da sind, "wir", das sind effektiv mein Vater, seine Freundin und ich, sein anderer Sohn, der kommt nur zwischendurch vorbei, schüttelt ein wenig den Kopf, schubst ihn ein wenig rum und Ende, und wir können ihm nicht wirklich helfen.
Und inzwischen erzählt er schon dem fremden Postboten die Wettervorhersage, seinen Essensplan und wann er was machen möchte.
Und will eigentlich keine Antwort, redet über mich hinweg und mich in Grund und Boden, auch,wenn gerade ich es bin, die mit meinem Vater redet, und nicht er; und erwartet doch,dass man ihm bedingungslose ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt.
Ich hätte nie gedacht, dass es so kommt.


Dass das alles so passiert..
Dass sie stirbt, die Hauptperson meines Lebens im Guten und im Schlechten, dass so viele so einfach sterben, dass die andere Frau da anrückt und keine Anstalten macht, wieder abzuhauen, dass ich so einfach ganz normal mit der Zweckgemeinschaft durch die Stadt laufen und junge Frau darstellen kann, während mein Herz gerade mal wieder von Stacheldraht zerquetscht wird,

Und dass ich mir über das alles nach der Lektüre von ein paar Seiten Vogelstimmen Gedanken machen kann, während mein Fotographielehrer mir sagt, ich solle doch mal in eine Spiegelreflexkamera investieren, falls ich das mit der Fotographie auch außerhalb des Unterrichts mache, weil die Ausstattung aus einem Bild, aus meinen "grundsätzlich nicht schlechten, künstlerischen Fotographien" nochmal extra was rausholen kann, und ich mich antworten höre, "nee, da besteht kein Interesse, das ist mir zu viel Rumgefummel an Einstellungen und es lohnt sich wohl nicht,ich mach auch nicht so viele Bilder", und mich später schlecht fühle wegen dieser Aussage.
Was hätte ich denn sagen sollen, "Ich habe kein Geld dafür und niemanden, der sich mit mir auf die Suche nach einer guten Kamera begibt, weil die einzige Person in meiner Familie, die auch gerne Fotos gemacht hat, die damals, als wir noch in den Urlaub gefahren sind, das letzte mal vor zehn Jahren, immer einen Fotoapparat dabei hatte und geknipst hat, weil diese eine Person seit 2007 weg ist und nicht wiederkommt, mich einfach so alleingelassen hat mit ihm, der nicht verstehen kann und das, was er verstehen könnte, nicht verstehen will, die mich einfach allein gelassen hat, erst alleine mit sich, jetzt alleine mit mir selbst, und ich muss verdammt noch mal alleine klarkommen, weil da einfach niemand mehr ist und oft genug nichtmal meine Katze für mich da ist"?

Habs nicht gesagt,logischerweise.
Ist wohl für alle Beteiligten einfacher, wenn ich eben nur seltsam bin, mehr nicht.
Mutterlos, zwar mit Zu Hause, aber nicht mit "daheim", ohne Spiegelreflexkamera.
Mit Trümmerverwandschaft.
Und vielleicht mit ein paar Seelennarben.






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Zitat aus Vogelstimmen von Dirk Bernemann.