Thema: monolog
30. Mai 11 | Autor: mayhem | 0 Kommentare | Kommentieren
Vorsicht, Psychobilly.
... and wish me well, I got no soul left to sell .
Die ganze Scheiße, alles wieder wie immer, wenn man davon absieht, dass er einen Teil meines Gehirns einnimmt,
aber selbst das wird sich ändern müssen, denn er wurde angenommen und ist somit ab Sepember Student im über 300km entfernten WS und wird dementsprechend am Wochenende weder in der Absteige anzutreffen sein, noch wird sich mir die Möglichkeit bieten, ihn dann zu sehen. An seinem Geburtstag wird er schon zwei Monate weg sein und wohl auch nicht nach Hause kommen; würde er es tun, wäre ich wohl sogar eingeladen, säße dort und wäre emotional zerrissen und würde ihm eine große Packung Plektren (die Plastikplättchen zum Gitarrespielen) schenken, wie ich es damals versprochen habe, vor gefühlten Ewigkeiten, als wir in der Absteige nebeneinander standen, uns so schmerzhaft gut verstanden haben und ich auf einmal nicht mehr ganz so schüchtern aber dafür umso hoffnungsvoller war.
Hab gesagt, wenn er die immer verliert, schenk ich ihm eine ganz große Packung zum Geburtstag, und er hat gelächelt, ich hab ihn zum lächeln gebracht.
Morgen ists ein halbes Jahr.
Vor einem halben Jahr hat das alles angefangen, am allerersten Stammtisch, im einzigen Pub im Umkreis von 50km. Als er noch lange Haare und ich noch Hoffnung hatte.
Inzwischen?
Meine Nahrungsaufnahme nimmt gegen Abend wieder exponentiell zu, Lichtblicke gibts schon lange nicht mehr, meine Versetzung mal wieder anständig gefährdet und mein finanzieller Fortbestand sowieso,
Er ist für mich verloren,vielleicht bin ich ja auch verloren, und jedes Mal, wenn ich ein bestimmtes Lied von den Onkelz höre, muss ich an den Abend in der Absteige denken, als er ohne seine Schwester da war und wir geredet haben, sehr viel und sehr gut, als ich nur halb weinend nach Hause bin und mir dachte, es würde vielleicht doch noch was werden, als wir die Anfangstakte des Onkelzliedes mit Zaunpfahl verwechselten und ich mich nicht getraut habe, die danach auftretende Sängerin zu fragen, in welcher Sprache sie eigentlich singt (es war norwegisch).
Heute beim Heimlaufen hat es mich wieder angefallen, während ich das Lied hörte und die Nebensitzerin stumpf und stur geradeaus weiterstampfte, ohne darauf zu achten, ob ich eigentlich noch neben ihr war, und ich war nicht mal ganz so sehr in der Nähe eines Heulkrampfs, es hat einfach nur wehgetan, how wonderful, wenigstens im Moment pendelt es sich ganz vorsichtig ein.
Leben pendelt sich allgemein wieder ein, nicht etwa in Richtung eines Gleichgewichts, nein, es wird nur alles wieder wie früher, die Weltuntergänge zu Hause, das exponentielle Wachstum der Nahrungsmenge gegen Abend, Der Kampf gegen Mitschüler und Schule und überhaupt könnt ich mal wieder eine rauchen und die Ohrlöcher noch ein Stück aufdehen und
selbst das 6jahresproblem zeigt sich wieder öfter in meinem Blickfeld, lässt sich immernoch die Haare wieder länger wachsen, zieht wieder schwarze Klamotten an und manchmal sieht er mich wieder so an,
..und ich kann seinem Blick immernoch nicht standhalten.
So here we go, back on the road again...
Halt, nicht alles ist wie immer. Eigentlich ist das 6jahresproblem kein Problem mehr, klar, wenn er sehr nah ist und guckt und überhaupt gibts einen Hormonflash, aber das wars auch schon. Ich meine, mir sind heute sogar seine Zahfehlstellungen aufgefallen und die Tatsache, dass er, um mal typisch jugendlich zu klingen, technisch gesehen unter die Kategorie "Hackfresse" fällt.
Ich sollte ihn umtaufen, mir fällt aber kein kreativer Name ein, und "Vollpfosten" wäre zwar eine Möglichkeit, würde ihm aber nicht gerecht werden.
Wenigstens die Phase ist vorbei. Weißt du, ich dachte immer, es würde total bergauf gehen mit mir, wenn ich ihn erstmal hinter mir gelassen hätte...
Siehst du, wie gut es mir geht?
Dieses Jahr geht die alte Sache,nächstes Jahr geht das 6jahresproblem, das kein Problem mehr ist und allgemein sollte ich viel mehr Endzeitstimmung empfinden.
Natürlich will ich das alles nicht, natürlich will ich, dass er hier bleibt und einfach zum Studieren in die Stadt geht oder zu einer anderen näheren Uni, statt nach WS umzuziehen, und nachdem ich im Moment so erschreckend gefasst bin, fürchte ich den Tag, an dem er endgültig weg ist.
Aber was soll ich schon tun?
Ich konzentriere mich aufs Alleinsein und aufs Loslösen. Muss ja..
Thema: gefunden.
27. Mai 11 | Autor: mayhem | 0 Kommentare | Kommentieren
"so here we go
back on the road again
and wish me well
I got no soul left to sell
although we may not have very much to show for it now
at least we'll have these stories to tell
yea we're definitely going to hell ."
(aus Hellbound von The Creepshow)
Augen auf und durch.
back on the road again
and wish me well
I got no soul left to sell
although we may not have very much to show for it now
at least we'll have these stories to tell
yea we're definitely going to hell ."
(aus Hellbound von The Creepshow)
Augen auf und durch.
Thema: monolog
25. Mai 11 | Autor: mayhem | 0 Kommentare | Kommentieren
Irgendwie war ja klar, dass ich mich nicht kampflos dazu kriege, aufzugeben, vermutlich muss mir die Realität noch ein paar Mal in die Fresse hauen, bis ich endlich auch in dieser Beziehung auf mein Hirn höre.
Ansonsten treffe ich zur Zeit mehr Vernunftentscheidungen,als ich je gedacht hätte, was mir hochgradig suspekt ist; eine dieser Vernunftentscheidungen war es, sich nicht für die neue Theatergruppe zu melden, die jetzt, nachdem ich aufgegeben habe (ein Zeichen dafür, dass aufgeben manchmal gute Folgen haben kann, hörst du das, Unterbewusstsein?) und nach 2 Jahren zustande kommt, unter einer Lehrerin, die ich absolut nicht mag und die ein "völlig neues Konzept" angekündigt hat, welches ich von vorherigen Projekten mit ihr immernoch kenne und hasse, und an einem Termin, an dem ich keine Zeit habe.
Also bin ich weggeblieben vom Infotreffen und nächstes Jahr nur an 3 Tagen nachmittags in der Schule (an 4 Tagen gibts einen Nachmittagsbus, sonst nur den nach der 6. Stunde).
Ich hätte schreien können, aber ist besser so.
Lebensmittelchemie oder Pharmazie würde ich sehr gerne studieren, eventuell auch Biochemie oder "nur" Chemie. Erfordert aber alles gute Mathematikkentnisse und vor dem eigentlichen Studium zwei Semester Mathe plus ein Semester Physik. Mathe ist der Feind und die genannten Fächer gibts teilweise an den Unis meiner Wahl nicht, nur hier bei der einzigen Uni im 100km-Radius um mein Dorf, also in der Nähe, und da gibts für Lebensmittelchemie ganze 15 Plätze pro zwei Semester.
Also, nix wirds mit dem einzigen Fach, mit dem ich später eventuell Geld hätte verdienen könnnen (war das gerade Deutsch?).
Slawistik fällt auch weg, meine Polnisch-, bzw. Russischkenntnisse entsprechen nicht Niveau A1 oder A2.
Hmpf...
Erstmal die Stresswoche schaffen.
Freitag Deutscharbeit und Bereitschaftsabend (Hin- und Heimfahrt mal wieder technisch unmöglich), Samstag Fortbildung, Montag Französisch,Mittwoch Deutsch,Freitag Abschlussprüfung, Montag Latein, zwischendurch ein Referat und einen Vortrag vorbereiten und dann auch halten und morgen hab ich wieder Sport und produziere somit die nächste 5 meiner Sammlung, diesmal auf Volleyball.
Aber nen Nebenjob könnte ich eventuell haben, müsste halt mehrmals die Woche 5km zum Bahnhof und wieder heim laufen. Sport ist wichtig.
Ansonsten treffe ich zur Zeit mehr Vernunftentscheidungen,als ich je gedacht hätte, was mir hochgradig suspekt ist; eine dieser Vernunftentscheidungen war es, sich nicht für die neue Theatergruppe zu melden, die jetzt, nachdem ich aufgegeben habe (ein Zeichen dafür, dass aufgeben manchmal gute Folgen haben kann, hörst du das, Unterbewusstsein?) und nach 2 Jahren zustande kommt, unter einer Lehrerin, die ich absolut nicht mag und die ein "völlig neues Konzept" angekündigt hat, welches ich von vorherigen Projekten mit ihr immernoch kenne und hasse, und an einem Termin, an dem ich keine Zeit habe.
Also bin ich weggeblieben vom Infotreffen und nächstes Jahr nur an 3 Tagen nachmittags in der Schule (an 4 Tagen gibts einen Nachmittagsbus, sonst nur den nach der 6. Stunde).
Ich hätte schreien können, aber ist besser so.
Lebensmittelchemie oder Pharmazie würde ich sehr gerne studieren, eventuell auch Biochemie oder "nur" Chemie. Erfordert aber alles gute Mathematikkentnisse und vor dem eigentlichen Studium zwei Semester Mathe plus ein Semester Physik. Mathe ist der Feind und die genannten Fächer gibts teilweise an den Unis meiner Wahl nicht, nur hier bei der einzigen Uni im 100km-Radius um mein Dorf, also in der Nähe, und da gibts für Lebensmittelchemie ganze 15 Plätze pro zwei Semester.
Also, nix wirds mit dem einzigen Fach, mit dem ich später eventuell Geld hätte verdienen könnnen (war das gerade Deutsch?).
Slawistik fällt auch weg, meine Polnisch-, bzw. Russischkenntnisse entsprechen nicht Niveau A1 oder A2.
Hmpf...
Erstmal die Stresswoche schaffen.
Freitag Deutscharbeit und Bereitschaftsabend (Hin- und Heimfahrt mal wieder technisch unmöglich), Samstag Fortbildung, Montag Französisch,Mittwoch Deutsch,Freitag Abschlussprüfung, Montag Latein, zwischendurch ein Referat und einen Vortrag vorbereiten und dann auch halten und morgen hab ich wieder Sport und produziere somit die nächste 5 meiner Sammlung, diesmal auf Volleyball.
Aber nen Nebenjob könnte ich eventuell haben, müsste halt mehrmals die Woche 5km zum Bahnhof und wieder heim laufen. Sport ist wichtig.
Thema: von herzen
22. Mai 11 | Autor: mayhem | 0 Kommentare | Kommentieren
Alte Sache,
Weißt du, bevor ich gestern mit der Feindin zu dir, eigentlich ja eher zu deiner Schwester gefahren bin, hat die Sonne einfach weitergeschienen, obwohl sich ein gigantischer Wolkenbruch über uns entlud, die Sonne hat sich einfach nicht beeindrucken lassen. Ich habe mich zusammengerissen dann, dachte mir, deine Schwester, eine Freundin von ihr, dann noch die Feindin, du und ich, das bekomme ich hin, das kriege ich auf die Reihe, das halte ich aus. Ich hatte mir vorgenommen, mich an den Plan zu halten, einen Versuch zu starten, es zu retten, und ich gebe es zu, ich hatte sogar ein bisschen Hoffnung.
Als deine Schwester mir mitteilte, dass sie auch kommen würde, wars das mit meinem Optimismus, und während ich noch versuchte, mich daran zu erinnern, dass ich doch abgehärtet und unkaputtbar bin und die Feindin mich mit abgehakten Geschichten aufzog, verteilte sich, als ihr mindestens eine Stunde lang in der Küche geredet habt, bevor sie überhaupt zu uns kam und uns grüßte, der Nervengiftcocktail aus Verlustangst, dann -gewissheit, Trauer und Resignation in meinem Kreislaufsystem.
Resignation, ich? Ja.
Du hast das geschafft, was selbst er, das 6Jahresproblem, die damals (?) große Liebe, das, was sich nie völlig in Worte fassen lies, niemals bei mir auslösen konnte: Ich gebe auf.
Ich konnte es von Anfang an nicht aushalten, aber ich habe mich trotzdem darauf eingelassen und das getan, was mein Herz, das Ding, sich wünschte, habe selbst dann noch gehofft und geträumt und gewünscht, als es noch viel aussichtsloser war, nachdem du mir erzählt hast, was du für sie empfindest,
als es anfing, dass wirklich nichts mehr zu fühlen war, wenn wir zu zweit redeten, als ich anfing, zur Standardbekannten zu werden und wir uns entfernten, habe einfach nicht losgelassen und mich weiter festgeklammert, Ertrinkende an meinem Strohhalm, aber der Strohhalm ist kaputt gegangen und ich bin Nichtschwimmerin, also was bleibt mir anderes übrig als unterzugehen und zu ertrinken? Weißt du, diesmal kann ich mich nicht einfach selbst retten.
Gestern war ich wieder kurz davor, es auszusprechen, nicht dir gegenüber, aber gegenüber deiner Schwester, mit der ich bis um 3.15 Uhr nachts geredet habe, obwohl wir so früh wieder aufstehen mussten, habe eine Millisekunde lang sogar erwogen, es der Feindin zu erzählen, die den Namen Feindin doch eigentlich gar nicht verdient hat.
Vielleicht würde das ja sogar ein bisschen helfen, aber wie solls dann weitergehen?
Deine Schwester überlastet, die Feindin..weiß nicht, unpassend verhalten würden sich aber beide, also saß ich weiter bei den Filmguckenden, sah mir Johnny Cashs Leben an und litt mit, während ihr geredet habt, und als sie dir nochmal bestätigte, dass ihr zusammen auf ein Festival geht, und sagte, sie freut sich, und du bei ihrer Auflistung der Bands nur ganz leise immer mal kommentiert hast, so, wie ich das bei dir immer mache, weil es wieder so ist, dass ich vor lauter Unsicherheit nicht weiß, was ich zu dir sagen soll, musste ich mich sehr bemühen, nicht nach dem Weg zum Bad zu fragen, um mich dort für mindestens zwanzig Minuten zu verschanzen, zusammenzukauern und irgendwie zu versuchen, das alles erträglich für mich zu machen ohne danach zu verheult/verfleckt/am Ende auszusehen.
Tortur ist kein Wort dafür und ich hätte den ganzen Abend weinen können, hab ich aber nicht, hab Filme geguckt, immer mal einen dummen Witz gerissen und war mir im Klaren darüber, dass eben nichts geht.
Dafür gehst du diesmal, aber sehr weit weg, und sicher, man sieht sich immer zweimal im Leben...aber das jetzt war doch schon das zweite Mal.
Du willst nicht und ja, es tut mir weh, aber was soll ich tun? Kanns ja nicht ändern. Hab vor lauter Qual vielleicht nicht intensiv genug versucht, unsere Freundschaft zu retten, aber andererseits, wie hätte ich das tun sollen, wir haben ja fast nichts geredet.
Klar ist da noch Restschmerz, der wird auch todsicher noch länger dableiben, und natürlich bin ich heute nicht mehr ganz so resigniert wie gestern aber Fakt ist, auch Kämpfen hilft hier nicht.
Nichts hilft hier, daraus resultierend: Nichts hilft mir, und lebens-müde bekommt mal wieder eine ganz neue Bedeutung.
Ich kann mich nicht einmal ablenken, deshalb sitze ich da und schreibe dir einen Brief auf meinem Blog, den du nie lesen wirst.
Ist schon der zweite Brief, eigentlich wollte ich dir auch nur sagen,
dass es mir scheißegal ist, welche anderen Dinge eigentlich wichtiger wären,
dass es ganz furchtbar schrecklich wehtut,
dass ich es eigentlich schon lange nicht mehr aushalte, und
dass du es geschafft hast, dass ich loslasse und versuche, aufzugeben.
Achja, und dass das, was ich so für dich fühle, immer mehr wie irgendeine Abstufung/Abwandlung/Abart von Liebe ist und auch schon damals war.
Auch, wenn das vielleicht nicht zählt und nicht im Geringsten weiterhilft.
denk dir hier eine angemessene, nicht zu schnulzige Verabschiedungsformel.
Ich, alias das Böse oder die Glitzerfee.
Weißt du, bevor ich gestern mit der Feindin zu dir, eigentlich ja eher zu deiner Schwester gefahren bin, hat die Sonne einfach weitergeschienen, obwohl sich ein gigantischer Wolkenbruch über uns entlud, die Sonne hat sich einfach nicht beeindrucken lassen. Ich habe mich zusammengerissen dann, dachte mir, deine Schwester, eine Freundin von ihr, dann noch die Feindin, du und ich, das bekomme ich hin, das kriege ich auf die Reihe, das halte ich aus. Ich hatte mir vorgenommen, mich an den Plan zu halten, einen Versuch zu starten, es zu retten, und ich gebe es zu, ich hatte sogar ein bisschen Hoffnung.
Als deine Schwester mir mitteilte, dass sie auch kommen würde, wars das mit meinem Optimismus, und während ich noch versuchte, mich daran zu erinnern, dass ich doch abgehärtet und unkaputtbar bin und die Feindin mich mit abgehakten Geschichten aufzog, verteilte sich, als ihr mindestens eine Stunde lang in der Küche geredet habt, bevor sie überhaupt zu uns kam und uns grüßte, der Nervengiftcocktail aus Verlustangst, dann -gewissheit, Trauer und Resignation in meinem Kreislaufsystem.
Resignation, ich? Ja.
Du hast das geschafft, was selbst er, das 6Jahresproblem, die damals (?) große Liebe, das, was sich nie völlig in Worte fassen lies, niemals bei mir auslösen konnte: Ich gebe auf.
Ich konnte es von Anfang an nicht aushalten, aber ich habe mich trotzdem darauf eingelassen und das getan, was mein Herz, das Ding, sich wünschte, habe selbst dann noch gehofft und geträumt und gewünscht, als es noch viel aussichtsloser war, nachdem du mir erzählt hast, was du für sie empfindest,
als es anfing, dass wirklich nichts mehr zu fühlen war, wenn wir zu zweit redeten, als ich anfing, zur Standardbekannten zu werden und wir uns entfernten, habe einfach nicht losgelassen und mich weiter festgeklammert, Ertrinkende an meinem Strohhalm, aber der Strohhalm ist kaputt gegangen und ich bin Nichtschwimmerin, also was bleibt mir anderes übrig als unterzugehen und zu ertrinken? Weißt du, diesmal kann ich mich nicht einfach selbst retten.
Gestern war ich wieder kurz davor, es auszusprechen, nicht dir gegenüber, aber gegenüber deiner Schwester, mit der ich bis um 3.15 Uhr nachts geredet habe, obwohl wir so früh wieder aufstehen mussten, habe eine Millisekunde lang sogar erwogen, es der Feindin zu erzählen, die den Namen Feindin doch eigentlich gar nicht verdient hat.
Vielleicht würde das ja sogar ein bisschen helfen, aber wie solls dann weitergehen?
Deine Schwester überlastet, die Feindin..weiß nicht, unpassend verhalten würden sich aber beide, also saß ich weiter bei den Filmguckenden, sah mir Johnny Cashs Leben an und litt mit, während ihr geredet habt, und als sie dir nochmal bestätigte, dass ihr zusammen auf ein Festival geht, und sagte, sie freut sich, und du bei ihrer Auflistung der Bands nur ganz leise immer mal kommentiert hast, so, wie ich das bei dir immer mache, weil es wieder so ist, dass ich vor lauter Unsicherheit nicht weiß, was ich zu dir sagen soll, musste ich mich sehr bemühen, nicht nach dem Weg zum Bad zu fragen, um mich dort für mindestens zwanzig Minuten zu verschanzen, zusammenzukauern und irgendwie zu versuchen, das alles erträglich für mich zu machen ohne danach zu verheult/verfleckt/am Ende auszusehen.
Tortur ist kein Wort dafür und ich hätte den ganzen Abend weinen können, hab ich aber nicht, hab Filme geguckt, immer mal einen dummen Witz gerissen und war mir im Klaren darüber, dass eben nichts geht.
Dafür gehst du diesmal, aber sehr weit weg, und sicher, man sieht sich immer zweimal im Leben...aber das jetzt war doch schon das zweite Mal.
Du willst nicht und ja, es tut mir weh, aber was soll ich tun? Kanns ja nicht ändern. Hab vor lauter Qual vielleicht nicht intensiv genug versucht, unsere Freundschaft zu retten, aber andererseits, wie hätte ich das tun sollen, wir haben ja fast nichts geredet.
Klar ist da noch Restschmerz, der wird auch todsicher noch länger dableiben, und natürlich bin ich heute nicht mehr ganz so resigniert wie gestern aber Fakt ist, auch Kämpfen hilft hier nicht.
Nichts hilft hier, daraus resultierend: Nichts hilft mir, und lebens-müde bekommt mal wieder eine ganz neue Bedeutung.
Ich kann mich nicht einmal ablenken, deshalb sitze ich da und schreibe dir einen Brief auf meinem Blog, den du nie lesen wirst.
Ist schon der zweite Brief, eigentlich wollte ich dir auch nur sagen,
dass es mir scheißegal ist, welche anderen Dinge eigentlich wichtiger wären,
dass es ganz furchtbar schrecklich wehtut,
dass ich es eigentlich schon lange nicht mehr aushalte, und
dass du es geschafft hast, dass ich loslasse und versuche, aufzugeben.
Achja, und dass das, was ich so für dich fühle, immer mehr wie irgendeine Abstufung/Abwandlung/Abart von Liebe ist und auch schon damals war.
Auch, wenn das vielleicht nicht zählt und nicht im Geringsten weiterhilft.
denk dir hier eine angemessene, nicht zu schnulzige Verabschiedungsformel.
Ich, alias das Böse oder die Glitzerfee.
