Thema: monolog
11. November 12 | Autor: mayhem | 0 Kommentare | Kommentieren
Wie immer nach nur zwei Stunden Schlaf und noch halb vom Vortag geschminkt aus dem Bett des Rauchers gekrochen, Tee, beziehungsweise für ihn Kaffee gemacht und Frühstück gesucht (vergeblich), er nimmt mit den Tortillachips vom gestrigen Abend vorlieb, ich finde noch ein paar Kekse; anschließend im Bad stehen, Zähneputzen und den jeweils anderen mit der eigenen optischen Durchgeficktheit zum Schmunzeln bringen; danach legt er sich und seinen kaputten Rücken wieder auf dem Sofa ab, während es für mich heißt aufhübschen, zurechtmachen, seriös wirken. Seminarveranstaltung, mal wieder.
Auf dem Weg vom improvisierten Parkplatz zur Halle den Automechaniker auf seiner Privatnummer angerufen und nochmal betont, dass der Sensor alias das Einzige, was mich von einem korrekt funktionierenden Auto trennt und gleichzeitig das, was das Ruckeln und stottern und Ausfallen verursacht, sofort morgen bestellt werden soll. Ja, dringend.
Nein, ich kann nicht bis nächste Woche warten.
Danke, freut mich, schönen Sonntag noch.
Auf dem Weg zurück zum improvisierten Parkplatz die übrig gebliebene Angst (Reden vor fremden Menschen) ansatzweise zur Seite gewischt, die Nachbarin angerufen, ob heute Abend alles klappt, keine Reaktion, dafür aber einen kleinen Nervenzusammenbruch bekommen, dann tief durchgeatmet und beschlossen, dass keine Reaktion bedeutet, alles ist in Ordnung.
Also habe ich heute um 19 Uhr ein Gespräch mit meinen zukünftigen Vermietern.
Alleine.
Versuche, mich zu beruhigen und rede auf mich ein wie auf einen Boxchampion, dessen übermächtiger Gegner drei Köpfe größer und zwanzig Kilogramm Muskelmasse schwerer ist, und ich wäre beinahe im stabilen Bereich angekommen.
Und dann schreibt der Fremde.
Versucht es wieder über den Standardeinstieg, semi-lustige Memebildchen zu den immer gleichen Themen, und ich zeige mich neutral-freundlich, gebe ihm hoffnungsvoll eine Vorlage, um ein etwaiges Gespräch zu beginnen, eine richtig gute sogar, aber er ignoriert sie und haut lieber einen herzlosen Smalltalkfetzen raus und erstickt eine Unterhaltung damit sehr effektiv im Keim. Die obligatorischen Gesprächspausen, wieder Memebildchen, wieder Pausen, dann wieder ein Standardspruch.
Tut weh, ziemlich sogar, und früher hat er wenigstens ansatzweise versucht, sich Mühe zu geben, aber ich dränge das, was wehtut, etwas zur Seite, denke mir, dann eben nicht und belasse es, nach einer längeren Schweigepause meinerseits, schließlich bei einer kurzen Antwort.
Auf die natürlich sofort reagiert wird.
Ich lasse ihn wieder warten, so, wie ich darauf warte, dass es vorbeigeht.
Ich will keine Freundschaft-als-wäre-nichts-gewesen, ein geschreddertes Herz ist nicht "nichts", emotionaler Weltuntergang ist nicht "nichts", das, was da weh tut, ist eindeutig wesentlich mehr als "nichts".
Und ich will nicht in der Endlosschleife um Verzweifeln und Hoffen gefangen bleiben, aber ich finde den Weg nach draußen nicht, und ich habe Angst, dass "einfach weiteratmen, alles wird gut" diesmal keine Option ist, diesmal ist es schlimmer als sonst, diesmal tut es mehr weh, viel mehr, und ich weiß nicht, was ich noch machen soll, von wegen Abhärtung und dickes Fell, es wird ja doch jedes Mal schlimmer.
Als er nicht mehr antwortet, starte ich keinen weiteren Versuch, das Gespräch am Laufen zu halten oder es zu reanimieren, wie ich es sonst immer getan habe.
Es kommt auch keine Antwort zurück.
Dafür die Vatersfreundin an, und zur Feier des Tages werde ich sogar gefragt, ob ich mitessen will. Was es gäbe? Cordon Bleu. Danke, kein Bedarf.
Immer noch nichts von ihm; dann Symbolwechsel und er ist offline.
Ja, es tut weh.
(1/5)
Auf dem Weg vom improvisierten Parkplatz zur Halle den Automechaniker auf seiner Privatnummer angerufen und nochmal betont, dass der Sensor alias das Einzige, was mich von einem korrekt funktionierenden Auto trennt und gleichzeitig das, was das Ruckeln und stottern und Ausfallen verursacht, sofort morgen bestellt werden soll. Ja, dringend.
Nein, ich kann nicht bis nächste Woche warten.
Danke, freut mich, schönen Sonntag noch.
Auf dem Weg zurück zum improvisierten Parkplatz die übrig gebliebene Angst (Reden vor fremden Menschen) ansatzweise zur Seite gewischt, die Nachbarin angerufen, ob heute Abend alles klappt, keine Reaktion, dafür aber einen kleinen Nervenzusammenbruch bekommen, dann tief durchgeatmet und beschlossen, dass keine Reaktion bedeutet, alles ist in Ordnung.
Also habe ich heute um 19 Uhr ein Gespräch mit meinen zukünftigen Vermietern.
Alleine.
Versuche, mich zu beruhigen und rede auf mich ein wie auf einen Boxchampion, dessen übermächtiger Gegner drei Köpfe größer und zwanzig Kilogramm Muskelmasse schwerer ist, und ich wäre beinahe im stabilen Bereich angekommen.
Und dann schreibt der Fremde.
Versucht es wieder über den Standardeinstieg, semi-lustige Memebildchen zu den immer gleichen Themen, und ich zeige mich neutral-freundlich, gebe ihm hoffnungsvoll eine Vorlage, um ein etwaiges Gespräch zu beginnen, eine richtig gute sogar, aber er ignoriert sie und haut lieber einen herzlosen Smalltalkfetzen raus und erstickt eine Unterhaltung damit sehr effektiv im Keim. Die obligatorischen Gesprächspausen, wieder Memebildchen, wieder Pausen, dann wieder ein Standardspruch.
Tut weh, ziemlich sogar, und früher hat er wenigstens ansatzweise versucht, sich Mühe zu geben, aber ich dränge das, was wehtut, etwas zur Seite, denke mir, dann eben nicht und belasse es, nach einer längeren Schweigepause meinerseits, schließlich bei einer kurzen Antwort.
Auf die natürlich sofort reagiert wird.
Ich lasse ihn wieder warten, so, wie ich darauf warte, dass es vorbeigeht.
Ich will keine Freundschaft-als-wäre-nichts-gewesen, ein geschreddertes Herz ist nicht "nichts", emotionaler Weltuntergang ist nicht "nichts", das, was da weh tut, ist eindeutig wesentlich mehr als "nichts".
Und ich will nicht in der Endlosschleife um Verzweifeln und Hoffen gefangen bleiben, aber ich finde den Weg nach draußen nicht, und ich habe Angst, dass "einfach weiteratmen, alles wird gut" diesmal keine Option ist, diesmal ist es schlimmer als sonst, diesmal tut es mehr weh, viel mehr, und ich weiß nicht, was ich noch machen soll, von wegen Abhärtung und dickes Fell, es wird ja doch jedes Mal schlimmer.
Als er nicht mehr antwortet, starte ich keinen weiteren Versuch, das Gespräch am Laufen zu halten oder es zu reanimieren, wie ich es sonst immer getan habe.
Es kommt auch keine Antwort zurück.
Dafür die Vatersfreundin an, und zur Feier des Tages werde ich sogar gefragt, ob ich mitessen will. Was es gäbe? Cordon Bleu. Danke, kein Bedarf.
Immer noch nichts von ihm; dann Symbolwechsel und er ist offline.
Ja, es tut weh.
(1/5)
Thema: von herzen
07. November 12 | Autor: mayhem | 0 Kommentare | Kommentieren
Fremder,
er sagt, es ist meine Schuld.
Es sei eindeutig meine Schuld,dass du dich auf die Reihe bekommst, sagt er, auch, wenn er natürlich keine Ferndiagnosen stellen könne und weder dich, noch mich sonderlich gut kennt.
Ich bin traurig, weil ich uns nicht auf die Reihe bekommen habe und du es erst jetzt schaffst, wo ich aus deinem Leben so ziemlich verschwunden bin,
und weil ich so viel Hoffnung hatte und mich so oft überwinden musste,
auf dem Festival und hier,
und so oft versucht habe, meine Intuition als Paranoia abzutun,
aber der Gedanke, dass ich es vielleicht doch geschafft habe, dir zu helfen, ist ein ganz schöner, eigentlich.
Er sagt, dass ich Schuld bin, weil ich die Einzige bin, die je ehrlich zu dir war.
Die ganzen Fangirlies dauerläufig am anhimmeln, der Rest schießt sich schlimmer ab als du, und mittendrin tauche ich auf und himmle dich nicht einfach nur nicht stumm an, trinke nur so viel, wie ich auch vertrage und sage dir schonungslos ehrlich ins Gesicht, wenn ich finde, dass du Scheiße gebaut hast.
Muss ziemlich ungewohnt sein.
Vielleicht hat es dich zum Nachdenken gebracht.
Das, was ich gesagt habe und das, was ich nicht gesagt habe; die Tatsache, dass es Alternativen gibt, live vorgelebt von mir, und der Fakt, dass es weitergeht, egal, was einem passiert.
Und du löst dich von der Ghettoschwester, die Angst hat, dass du den Kontakt abbrichst, weil du jetzt nur noch mit anderen Ghettomädchen und vielen Fangirlies unterwegs bist,
und von ihrer Vorgängerin, die im achten Monat schwanger ist von ihrem Freund, den sie seit neun Monaten kennt.
Und du versuchst tatsächlich, auf der Arbeit mal was zu leisten, dein Chef erkennt dich nicht wieder,
und verbringst deine freie Zeit unter der Woche nicht mehr mit der Ghettoschwester oder mit Pizza vorm Fernseher, sondern mit dem Grinch, oder Fangirlies, oder Ghettomädchen, und selten sogar mit Bandproben,
und irgendwie passe ich da nicht mehr rein.
Ich gehe auf Konzerte, nicht in die Dorfdisko, und ich lasse mich nicht planlos vollaufen, weil ich den Sinn darin nicht sehe.
Ich kann mehr, als doof kichern und hohl sein, ich habe ein Gehirn, und manchmal weiß ich sogar, wie man es benutzt.
Und ich wäre so gerne mehr für dich gewesen, aber im Moment geht es wohl wirklich nicht.
Weil du erst langsam realisierst, dass man sich nicht zwingend planlos vollaufen lassen musst,
weil du irgendwie erst noch lernst, wie man sein Gehirn einsetzt und selbstständig denkt,
und weil dir die Welt, die mir oft so schmerzhaft und unbegreiflich vorkommt, so riesig und unfassbar erscheint, dass du erst langsam damit anfängst, über sie nachzudenken.
Er sagt, dass du wegen mir damit anfängst.
Wenn es so ist, und ich es ausgelöst habe, unbewusst oder bewusst, bin ich wenigstens nicht komplett gescheitert und wir haben beide was aus der Sache gelernt.
Ich hätte nach wie vor lieber dich als ein paar neue Lebensweisheiten, aber das bleibt wohl Wunschdenken und ich löse mich davon und konzentriere mich darauf, mein Selbstwertgefühl vom Boden aufzusammeln, während du dich schrittweise auf die Reihe kriegst.
Weißt du was, wir schaffen das. Wir kriegen uns auf die Reihe, jeder für sich.
Es gibt kein "wir", nicht mit uns.
Und ich werde nicht auf dich warten.
Ich werde nicht warten, bis du soweit bist, und hoffen, dass dir dann doch auffällt, wie toll du mich findest,
ich muss wachsen, erstmal versuchen, nicht zu zerbrechen, größer werden, meinen Weg und Frieden finden, irgendwo. Da kann ich nicht einfach auf der Stelle treten und hoffen, dass du irgendwann mit mir weiterlaufen willst.
Letztendlich habe ich schließlich doch das geschafft, was ich anfangs wollte: dir helfen.
Auch,wenn es nie so geplant war. Und immerhin, ich habe etwas aus der Sache gelernt, den Raucher aufgegabelt und deiner Schwester die Haare gefärbt, war auf einem Festival und mit dir in einer kleinen Wall of Love, habe neben dir im Zelt und in deinem Arm geschlafen,
wurde von dir nach der Bitchparty ausgesetzt und allein gelassen, habe gelernt, dass man Gefühle auch so ein bisschen zeigen sollte, und alte Bands wiederentdeckt,
werde von Manchen inzwischen zum Absteigeninventar gezählt und darf manche Bands sogar live fotographieren, weil du mich empfohlen hast und sie gesehen haben, was ich bei euren Auftritten so fertig gebracht habe.
Es hat ja doch alles irgendwie einen Sinn,und unseren haben wir hiermit wohl gefunden, jeder für sich.
Vermutlich ist es damit beendet, vermutlich war es das jetzt wohl. Ich versuche, mich nicht zu sehr daran festzuklammern, damit es in Frieden gehen kann und nicht wieder so hässlich wird, wie es damals mit dem Problem war.
Natürlich tut das weh, zeitweise fühlt es sich an, als würde ich auf der Stelle krepieren deswegen, aber weißt du, auch das geht vorbei, und ich habe zu viele andere Probleme, um nur wegen dir zu weinen.
Nach wie vor wünsche ich dir alles Gute und glaube daran, dass das schon alles irgendwie einen Sinn und seine Richtigkeit hat, auch, wenn es mich emotional zerfleddert und du es mir nicht gerade einfach machst, aber was ist im Leben schon einfach, und für mich bildet sich gerade ein ganz neuer Weg, von dem ich noch nichts weiß, außer, dass er meine ganze Kraft verlangen wird.
Deshalb lasse ich dich gehen, hoffe, dass du dich nicht verläufst, weiß aber, dass das manchmal notwendig und das einzig Richtige ist.
Du machst das schon, irgendwie, zumindest hoffe ich das,
und irgendwie werde ich es auch auf die Reihe kriegen. Ohne dich.
Ohne alles.
Im Endeffekt kann einem niemand helfen, man muss das schon selbst schaffen, irgendwie.
Wir schaffen das schon.
Jeder für sich.
von Herzen,
Frau mayhem.
er sagt, es ist meine Schuld.
Es sei eindeutig meine Schuld,dass du dich auf die Reihe bekommst, sagt er, auch, wenn er natürlich keine Ferndiagnosen stellen könne und weder dich, noch mich sonderlich gut kennt.
Ich bin traurig, weil ich uns nicht auf die Reihe bekommen habe und du es erst jetzt schaffst, wo ich aus deinem Leben so ziemlich verschwunden bin,
und weil ich so viel Hoffnung hatte und mich so oft überwinden musste,
auf dem Festival und hier,
und so oft versucht habe, meine Intuition als Paranoia abzutun,
aber der Gedanke, dass ich es vielleicht doch geschafft habe, dir zu helfen, ist ein ganz schöner, eigentlich.
Er sagt, dass ich Schuld bin, weil ich die Einzige bin, die je ehrlich zu dir war.
Die ganzen Fangirlies dauerläufig am anhimmeln, der Rest schießt sich schlimmer ab als du, und mittendrin tauche ich auf und himmle dich nicht einfach nur nicht stumm an, trinke nur so viel, wie ich auch vertrage und sage dir schonungslos ehrlich ins Gesicht, wenn ich finde, dass du Scheiße gebaut hast.
Muss ziemlich ungewohnt sein.
Vielleicht hat es dich zum Nachdenken gebracht.
Das, was ich gesagt habe und das, was ich nicht gesagt habe; die Tatsache, dass es Alternativen gibt, live vorgelebt von mir, und der Fakt, dass es weitergeht, egal, was einem passiert.
Und du löst dich von der Ghettoschwester, die Angst hat, dass du den Kontakt abbrichst, weil du jetzt nur noch mit anderen Ghettomädchen und vielen Fangirlies unterwegs bist,
und von ihrer Vorgängerin, die im achten Monat schwanger ist von ihrem Freund, den sie seit neun Monaten kennt.
Und du versuchst tatsächlich, auf der Arbeit mal was zu leisten, dein Chef erkennt dich nicht wieder,
und verbringst deine freie Zeit unter der Woche nicht mehr mit der Ghettoschwester oder mit Pizza vorm Fernseher, sondern mit dem Grinch, oder Fangirlies, oder Ghettomädchen, und selten sogar mit Bandproben,
und irgendwie passe ich da nicht mehr rein.
Ich gehe auf Konzerte, nicht in die Dorfdisko, und ich lasse mich nicht planlos vollaufen, weil ich den Sinn darin nicht sehe.
Ich kann mehr, als doof kichern und hohl sein, ich habe ein Gehirn, und manchmal weiß ich sogar, wie man es benutzt.
Und ich wäre so gerne mehr für dich gewesen, aber im Moment geht es wohl wirklich nicht.
Weil du erst langsam realisierst, dass man sich nicht zwingend planlos vollaufen lassen musst,
weil du irgendwie erst noch lernst, wie man sein Gehirn einsetzt und selbstständig denkt,
und weil dir die Welt, die mir oft so schmerzhaft und unbegreiflich vorkommt, so riesig und unfassbar erscheint, dass du erst langsam damit anfängst, über sie nachzudenken.
Er sagt, dass du wegen mir damit anfängst.
Wenn es so ist, und ich es ausgelöst habe, unbewusst oder bewusst, bin ich wenigstens nicht komplett gescheitert und wir haben beide was aus der Sache gelernt.
Ich hätte nach wie vor lieber dich als ein paar neue Lebensweisheiten, aber das bleibt wohl Wunschdenken und ich löse mich davon und konzentriere mich darauf, mein Selbstwertgefühl vom Boden aufzusammeln, während du dich schrittweise auf die Reihe kriegst.
Weißt du was, wir schaffen das. Wir kriegen uns auf die Reihe, jeder für sich.
Es gibt kein "wir", nicht mit uns.
Und ich werde nicht auf dich warten.
Ich werde nicht warten, bis du soweit bist, und hoffen, dass dir dann doch auffällt, wie toll du mich findest,
ich muss wachsen, erstmal versuchen, nicht zu zerbrechen, größer werden, meinen Weg und Frieden finden, irgendwo. Da kann ich nicht einfach auf der Stelle treten und hoffen, dass du irgendwann mit mir weiterlaufen willst.
Letztendlich habe ich schließlich doch das geschafft, was ich anfangs wollte: dir helfen.
Auch,wenn es nie so geplant war. Und immerhin, ich habe etwas aus der Sache gelernt, den Raucher aufgegabelt und deiner Schwester die Haare gefärbt, war auf einem Festival und mit dir in einer kleinen Wall of Love, habe neben dir im Zelt und in deinem Arm geschlafen,
wurde von dir nach der Bitchparty ausgesetzt und allein gelassen, habe gelernt, dass man Gefühle auch so ein bisschen zeigen sollte, und alte Bands wiederentdeckt,
werde von Manchen inzwischen zum Absteigeninventar gezählt und darf manche Bands sogar live fotographieren, weil du mich empfohlen hast und sie gesehen haben, was ich bei euren Auftritten so fertig gebracht habe.
Es hat ja doch alles irgendwie einen Sinn,und unseren haben wir hiermit wohl gefunden, jeder für sich.
Vermutlich ist es damit beendet, vermutlich war es das jetzt wohl. Ich versuche, mich nicht zu sehr daran festzuklammern, damit es in Frieden gehen kann und nicht wieder so hässlich wird, wie es damals mit dem Problem war.
Natürlich tut das weh, zeitweise fühlt es sich an, als würde ich auf der Stelle krepieren deswegen, aber weißt du, auch das geht vorbei, und ich habe zu viele andere Probleme, um nur wegen dir zu weinen.
Nach wie vor wünsche ich dir alles Gute und glaube daran, dass das schon alles irgendwie einen Sinn und seine Richtigkeit hat, auch, wenn es mich emotional zerfleddert und du es mir nicht gerade einfach machst, aber was ist im Leben schon einfach, und für mich bildet sich gerade ein ganz neuer Weg, von dem ich noch nichts weiß, außer, dass er meine ganze Kraft verlangen wird.
Deshalb lasse ich dich gehen, hoffe, dass du dich nicht verläufst, weiß aber, dass das manchmal notwendig und das einzig Richtige ist.
Du machst das schon, irgendwie, zumindest hoffe ich das,
und irgendwie werde ich es auch auf die Reihe kriegen. Ohne dich.
Ohne alles.
Im Endeffekt kann einem niemand helfen, man muss das schon selbst schaffen, irgendwie.
Wir schaffen das schon.
Jeder für sich.
von Herzen,
Frau mayhem.
Thema: persoenlichkeitsfetzen
04. November 12 | Autor: mayhem | 0 Kommentare | Kommentieren
Dieser seltsame Moment, eingeklemmt auf der Rücksitztbank des Rauchers, zwischen dem Fremden, der alten Sache und einer Snare Drum.
Der Fremde nonstop am Texten mit einem Fangirlie, und immer, wenn sie schreibt, fängt er an, glücklich zu lächeln und es fängt an, weh zu tun.
Er besucht sie nachher noch, hat er gesagt, und hat sich deswegen nicht völlig abgeschossen, sondern nur ein wenig Mut angetrunken.
Sein Fangirlie ist 15, eine blondierte, noch stärker geschminkte Variante der Ghettoschwester und war heute nicht da, weil in der Dorfdisko Lady's Night war und Tanzpop + Freicocktails mit den anderen Fangirlies und Ghettomädchen sich für sie besser angehört haben als Black Metal + Selbstversorgung.
Der Schlagzeuger hat gesagt, ist auch gut so, die Ghettofraktion habe gerade noch gefehlt. Die seien sowieso zu nichts zu gebrauchen, nichtmal rummachen wolle er mit denen.
Der Fremde hat nur weiter sms geschrieben.
Dieses seltsame Gefühl der totalen Entfremdung, der unfreiwiligen Distanzierung von der alten Sache und seine Distanz mir Gegenüber.
Nicht einmal ein höflicher Unterhaltungsversuch, auf die von mir gestarteten wird kurz angebunden reagiert und als ich, aus dem Nichts heraus zugegebenermaßen, erwähne, dass er im letzten Jahr auf keine Nachricht reagiert und auch nicht zurückgerufen hat, reagiert er einerseits verunsichert, andererseits trotzig-unwillig-knatschig und versucht halbherzig, sich rauszureden, bis ich dem Trauerspiel ein Ende bereite und sage, ist jetzt auch egal, ändern können wir sowieso nichts mehr, vorbei ist vorbei, und damit nicht nur die Schweigephase meine.
Er weiß es.
Und schaut mich an und sieht, dass ich es weiß.
Die Seelenverwandschaft, die da mal war, ist verloren gegangen, und ich habe endlich begriffen, dass nicht ich diejenige bin, die daran Schuld trägt.
Ich dachte, wenn es soweit ist, wenn ich vor ihm stehe und wir es realisieren, wenn es wirklich so weit ist, dann würde ich nahe am Weinen sein, und ich würde es ihm sagen, alles, du Idiot, ich war in dich verliebt, aber ich Idiotin habe mich nicht getraut, es zu zeigen, und jetzt ist es zu spät.
Dann kam der Fremde, und auf einmal stehe ich vor der alten Sache und spreche es aus, dass es vorbei ist, das Alles, und behalten den Rest für mich.
Nicht, weil ich mich nicht traue, sondern weil ich abgeschlossen habe .
Die alte Sache ist etwas, womit ich abgeschlossen habe, schon vor dem Fremden und teilweise unbewusst, und auch mit dem Fremden schließe ich ab, egal, ob er bald eine Freundin hat oder nicht, und egal, ob er sich weiter so unschön verhält oder endlich mal ansatzweise Rücksicht nimmt.
Irgendwann ist das Geschichte.
Irgendwann ist es Geschichte, wie die alte Sache.
Irgendwann ist das alles Geschichte, und es fängt jetzt an, dazu zu werden, zu verschwinden und sich zu beenden, jeden Tag etwas mehr.
Immer ein Stück mehr.
Wenn ich ein Gespräch mit den Vermietern ausmache, weil ich die Sache jetzt alleine in die Hand nehme, denn die Nachbarin hat keine Lust mehr,
Wenn ich der Schwester des Rauchers ein Sofa und vielleicht sogar einen Kühlschrank abschwatze, die sie sonst weggeworfen hätte,
wenn ich auf einmal eine potenzielle Mitbewohnerin habe, weil Ms Golightly es zuhause genauso wenig aushält wie ich.
Auch, wenn ich immer noch Angst habe vor Gesprächen, besonders mit den Vermietern wegen der Wohnung und dem Jugendamt wegen Wohnzuschuss.
Und vor zu großen Menschenmengen,
und davor, mich zu blamieren.
Vor dem Schmiertypen.
Vor Umarmungen, manchmal.
Davor, den ersten Schritt auf andere Menschen zu zu gehen und abgewiesen oder ausgelacht zu werden.
Vor dem Abitur.
Vor unbekannten Situationen und Menschen.
Und davor, dass ich da letztendlich alleine durch muss.
Es gibt niemanden, der für dich dein Schicksal niederkämpft, das musst du selbst machen, ob du willst oder nicht.
Und eigentlich ist es nicht die Angst, die einen abhält von irgendwas, die ist maximal ein Grund und oft nur eine Ausrede. Und man hat es selbst in der Hand, wie es weitergeht.
Ob es überhaupt weitergeht.
Es geht weiter.
Ich habe mich dazu entschieden, dass es weitergeht, als ich da auf der Rücksitzbank des Raucherautos saß, eingeklemmt zwischen dem Fremden, der nonstop mit dem Fangirlie schreibt und so positiv-verliebt wirkt, wie ich es in guten Momenten gesehen und mir in schlechten gewünscht habe, der alten Sache, der so unheimlich fremd geworden ist, und einer Snaredrum.
Und eigentlich sollte es schon wieder hell werden, aber weil das Wetter den Weltuntergang übt, ist es stockfinster und ich habe Angst, dass das Auto im Schlamm stecken bleibt und danke dem Schicksal dafür, dass ich eine gute Ausrede , nicht zu fahren, habe, weil das Mayhemmobil doch in der Werkstatt ist.
Auf eine Bahnhaltestelle wartet man seit 30 Jahren.
Und als ich nach dem Aufstehen auf der Terasse des Rauchers sitze und seinen Nachbarn beim Umzug zusehe, festigt sich der Entschluss, dass es weitergeht und wird zu Beton, oder Stahlbeton, und er ist zwar kein Fundament, aber immerhin ein Stützpfeiler, der dafür, dass er in Morast steht, ziemlich stabil wirkt.
Er hält tatsächlich, als der Raucherbruder beim Frühstück darüber witzelt, wie versunken und bescheuert grinsend der Fremde an seinem Handy geklebt hat, und dass er ein paar Tage zuvor bei einem Telefonat mit dem Fangirlie behauptet hatte, alleine und daheim zu sein, obwohl er da eigentlich gerade Bandprobe hatte.
Er hält auch, als der Raucher abwinkt und meint, der Fremde habe jetzt eben seine Ghettotussi gefunden, und er hält sogar dann noch, als sich aus der Masse derer, die sich dazu entschieden haben, ihren (mehr oder weniger großen) Rausch beim Raucher auszuschlafen, Legolas hervortut, abfällig lacht und meint, dass die Tussi ja passen würde. Kein Gespür für Musik und keins für Menschen, Null Rhythmusgefühl, ein IQ auf Zimmertemperaturniveau und nichtmal genug Schauspieltalent, um überzeugend so zu tun, als habe sie eine Persönlichkeit, weshalb das ganze eher einem Schmierentheater gleiche. Oder als ein Vorbote des Weltuntergangs zu deuten sei.
Es ist ein Teil des Weltuntergangs.
Eigentlich ist es ein Teil meines Weltuntergangs, aber ich habe mich dazu entschieden, es zu überstehen, das alles.
Wenn sie mich bei der Zombieapokalypse erwischen, ist das eine Sache, aber der schicksalsbedingte,innere Weltuntergang, durch den ich gerade wate, wird das Letzte sein, wovon ich mich endgültig unterkriegen lasse.
Egal, was passiert.
Denn alles geht vorbei, und irgendwann, da wird alles gut.
Einfach weiteratmen, irgendwann wird alles gut. Ich habe bis jetzt alles überstanden, mehr oder weniger. Ich habe sogar die alte Sache überstanden.
Und ich werde einen Dreck tun und mir mein wohlverdientes Glücklichsein von solchen Kleinigkeiten wie emotionalen Totalzusammenbrüchen, der werten Familie oder einem gebrochenen Herz dauerhaft wegnehmen lassen.
Irgendwann wird alles gut.
Auch, wenn aktuell gar nichts mehr geht.
Der Fremde nonstop am Texten mit einem Fangirlie, und immer, wenn sie schreibt, fängt er an, glücklich zu lächeln und es fängt an, weh zu tun.
Er besucht sie nachher noch, hat er gesagt, und hat sich deswegen nicht völlig abgeschossen, sondern nur ein wenig Mut angetrunken.
Sein Fangirlie ist 15, eine blondierte, noch stärker geschminkte Variante der Ghettoschwester und war heute nicht da, weil in der Dorfdisko Lady's Night war und Tanzpop + Freicocktails mit den anderen Fangirlies und Ghettomädchen sich für sie besser angehört haben als Black Metal + Selbstversorgung.
Der Schlagzeuger hat gesagt, ist auch gut so, die Ghettofraktion habe gerade noch gefehlt. Die seien sowieso zu nichts zu gebrauchen, nichtmal rummachen wolle er mit denen.
Der Fremde hat nur weiter sms geschrieben.
Dieses seltsame Gefühl der totalen Entfremdung, der unfreiwiligen Distanzierung von der alten Sache und seine Distanz mir Gegenüber.
Nicht einmal ein höflicher Unterhaltungsversuch, auf die von mir gestarteten wird kurz angebunden reagiert und als ich, aus dem Nichts heraus zugegebenermaßen, erwähne, dass er im letzten Jahr auf keine Nachricht reagiert und auch nicht zurückgerufen hat, reagiert er einerseits verunsichert, andererseits trotzig-unwillig-knatschig und versucht halbherzig, sich rauszureden, bis ich dem Trauerspiel ein Ende bereite und sage, ist jetzt auch egal, ändern können wir sowieso nichts mehr, vorbei ist vorbei, und damit nicht nur die Schweigephase meine.
Er weiß es.
Und schaut mich an und sieht, dass ich es weiß.
Die Seelenverwandschaft, die da mal war, ist verloren gegangen, und ich habe endlich begriffen, dass nicht ich diejenige bin, die daran Schuld trägt.
Ich dachte, wenn es soweit ist, wenn ich vor ihm stehe und wir es realisieren, wenn es wirklich so weit ist, dann würde ich nahe am Weinen sein, und ich würde es ihm sagen, alles, du Idiot, ich war in dich verliebt, aber ich Idiotin habe mich nicht getraut, es zu zeigen, und jetzt ist es zu spät.
Dann kam der Fremde, und auf einmal stehe ich vor der alten Sache und spreche es aus, dass es vorbei ist, das Alles, und behalten den Rest für mich.
Nicht, weil ich mich nicht traue, sondern weil ich abgeschlossen habe .
Die alte Sache ist etwas, womit ich abgeschlossen habe, schon vor dem Fremden und teilweise unbewusst, und auch mit dem Fremden schließe ich ab, egal, ob er bald eine Freundin hat oder nicht, und egal, ob er sich weiter so unschön verhält oder endlich mal ansatzweise Rücksicht nimmt.
Irgendwann ist das Geschichte.
Irgendwann ist es Geschichte, wie die alte Sache.
Irgendwann ist das alles Geschichte, und es fängt jetzt an, dazu zu werden, zu verschwinden und sich zu beenden, jeden Tag etwas mehr.
Immer ein Stück mehr.
Wenn ich ein Gespräch mit den Vermietern ausmache, weil ich die Sache jetzt alleine in die Hand nehme, denn die Nachbarin hat keine Lust mehr,
Wenn ich der Schwester des Rauchers ein Sofa und vielleicht sogar einen Kühlschrank abschwatze, die sie sonst weggeworfen hätte,
wenn ich auf einmal eine potenzielle Mitbewohnerin habe, weil Ms Golightly es zuhause genauso wenig aushält wie ich.
Auch, wenn ich immer noch Angst habe vor Gesprächen, besonders mit den Vermietern wegen der Wohnung und dem Jugendamt wegen Wohnzuschuss.
Und vor zu großen Menschenmengen,
und davor, mich zu blamieren.
Vor dem Schmiertypen.
Vor Umarmungen, manchmal.
Davor, den ersten Schritt auf andere Menschen zu zu gehen und abgewiesen oder ausgelacht zu werden.
Vor dem Abitur.
Vor unbekannten Situationen und Menschen.
Und davor, dass ich da letztendlich alleine durch muss.
Es gibt niemanden, der für dich dein Schicksal niederkämpft, das musst du selbst machen, ob du willst oder nicht.
Und eigentlich ist es nicht die Angst, die einen abhält von irgendwas, die ist maximal ein Grund und oft nur eine Ausrede. Und man hat es selbst in der Hand, wie es weitergeht.
Ob es überhaupt weitergeht.
Es geht weiter.
Ich habe mich dazu entschieden, dass es weitergeht, als ich da auf der Rücksitzbank des Raucherautos saß, eingeklemmt zwischen dem Fremden, der nonstop mit dem Fangirlie schreibt und so positiv-verliebt wirkt, wie ich es in guten Momenten gesehen und mir in schlechten gewünscht habe, der alten Sache, der so unheimlich fremd geworden ist, und einer Snaredrum.
Und eigentlich sollte es schon wieder hell werden, aber weil das Wetter den Weltuntergang übt, ist es stockfinster und ich habe Angst, dass das Auto im Schlamm stecken bleibt und danke dem Schicksal dafür, dass ich eine gute Ausrede , nicht zu fahren, habe, weil das Mayhemmobil doch in der Werkstatt ist.
Auf eine Bahnhaltestelle wartet man seit 30 Jahren.
Und als ich nach dem Aufstehen auf der Terasse des Rauchers sitze und seinen Nachbarn beim Umzug zusehe, festigt sich der Entschluss, dass es weitergeht und wird zu Beton, oder Stahlbeton, und er ist zwar kein Fundament, aber immerhin ein Stützpfeiler, der dafür, dass er in Morast steht, ziemlich stabil wirkt.
Er hält tatsächlich, als der Raucherbruder beim Frühstück darüber witzelt, wie versunken und bescheuert grinsend der Fremde an seinem Handy geklebt hat, und dass er ein paar Tage zuvor bei einem Telefonat mit dem Fangirlie behauptet hatte, alleine und daheim zu sein, obwohl er da eigentlich gerade Bandprobe hatte.
Er hält auch, als der Raucher abwinkt und meint, der Fremde habe jetzt eben seine Ghettotussi gefunden, und er hält sogar dann noch, als sich aus der Masse derer, die sich dazu entschieden haben, ihren (mehr oder weniger großen) Rausch beim Raucher auszuschlafen, Legolas hervortut, abfällig lacht und meint, dass die Tussi ja passen würde. Kein Gespür für Musik und keins für Menschen, Null Rhythmusgefühl, ein IQ auf Zimmertemperaturniveau und nichtmal genug Schauspieltalent, um überzeugend so zu tun, als habe sie eine Persönlichkeit, weshalb das ganze eher einem Schmierentheater gleiche. Oder als ein Vorbote des Weltuntergangs zu deuten sei.
Es ist ein Teil des Weltuntergangs.
Eigentlich ist es ein Teil meines Weltuntergangs, aber ich habe mich dazu entschieden, es zu überstehen, das alles.
Wenn sie mich bei der Zombieapokalypse erwischen, ist das eine Sache, aber der schicksalsbedingte,innere Weltuntergang, durch den ich gerade wate, wird das Letzte sein, wovon ich mich endgültig unterkriegen lasse.
Egal, was passiert.
Denn alles geht vorbei, und irgendwann, da wird alles gut.
Einfach weiteratmen, irgendwann wird alles gut. Ich habe bis jetzt alles überstanden, mehr oder weniger. Ich habe sogar die alte Sache überstanden.
Und ich werde einen Dreck tun und mir mein wohlverdientes Glücklichsein von solchen Kleinigkeiten wie emotionalen Totalzusammenbrüchen, der werten Familie oder einem gebrochenen Herz dauerhaft wegnehmen lassen.
Irgendwann wird alles gut.
Auch, wenn aktuell gar nichts mehr geht.
Thema: kurz gemeldet
02. November 12 | Autor: mayhem | 0 Kommentare | Kommentieren
"Hey mayhem,
wie siehts aus, magst du mit in die Dorfdisko?"
-"Hi Fremder,
Dorfdisko ist nicht so meins, nee. Wie kommst du überhaupt auf die Idee, da hinzugehen?"
"Der Grinch hat gesagt, da soll es ganz gut sein. Sicher, dass du nicht mitwillst? Kostet auch nur 6,50 Euro heute."
-"Finanziell siehts bei mir zur Zeit echt nicht gut aus, da mag ich nicht noch so viel für so schlechte Musik ausgeben, sorry."
Eine Stunde später: Fotos im sozialen Netzwerk, Ghettoschwester am Posen, er betrunken, Grinch am Posen, er halb in ihrem Ausschnitt und noch betrunkener, irgendein Fangirlie, er so gut wie in ihrem Ausschnitt und völlig dicht.
Und ich sehe mir das so an, dann wieder zu meinen Notizen, wieder auf die Fotos, und entscheide mich dafür, meine Seminararbeit weiter zu schreiben.
Arbeitsbilanz: Sieben Seiten voll, noch vier Unterpunkte zu formulieren, davon bilden drei den zweiten Standpfeiler meines Hauptteils; außerdem fehlt noch der Schluss.
Werte Leserschaft, ich verkünde hiermit ganz optimistisch, dass die Mindestseitenanzahl (10 Seiten) sicher überschritten wird. Obergrenze 15 Seiten.
Eigentlich.
Autobilanz: "Mädel, du kannst froh sein,dassde jetzt hier bei uns sitzt und nicht im Krankenhaus liegst. "
Zufällig festgestellt, tendenziell scheiße. Dafür rausgefunden, wieso das Ding durch den TÜV gekommen ist, und in fünf Stunden fahren wir in die Werkstatt, wo mein tapferes kleines Mayhemmobil wohl mindestens eine Woche verweilen wird.
Retten, was noch zu retten ist, und im Endeffekt hätte ich mir von dem Geld locker ein besseres Auto kaufen können.
Aber ist egal, denn das ist jetzt meines, und ich beabsichtige, es zu fahren, bis ich mir ein H-Kennzeichen draufschrauben kann und noch länger, jawohl.
Rein aus Trotz.
Und aus persönlicher Zuneigung, so von Mensch zu Mayhemmobil.
Familiäre Bilanz: Alle Zeichen auf Weltuntergang.
Auch außerhalb der werten Familie.
Aber es gibt ja Lichtblicke, auch, wenn es nur das nahende Ende der Seminararbeit ist, das niedergewalzt wird von der boshaften Vierfaltigkeit der Horrorklausuren Geschichte-Wirtschaft&Recht-Mathe-Chemie ohne nennenswerte Zeitabstände dazwischen.
Oder die Tatsache, dass ich am Wochenende vielleicht Mr. Gaunt wiedersehe.
Und das Rotkreuzmädchen, sollte ich mich trauen, sie zu fragen.
Aber man munkelt, die aktuelle Person an ihrer Seite, wer auch immer das schon wieder sein mag, hätte es nicht so mit dem, was es abseits der Charts und außerhalb der Disko zu hören gibt.
Und dann trudelt so völlig aus dem Nichts eine SMS der alten Sache ein, kurzgefasst-abgehackt, distanziert wie immer, und er entschuldigt sich doch tatsächlich.
Entschuldigt sich dafür, dass er sich so lange nicht gemeldet hat, verspricht, mir zu erklären, wieso, und fragt mich, ob ich auf das Konzert am Ende des Universums gehe.
Und ich sitze so vor meinem Handy, das genau so einen Wackelkontakt hat wie mein rationales Urteilsvermögen, und freue mich ein bisschen. Einfach darüber, ihn mal wieder zu sehen. Endlich mal ein anderer Sanitäter da, sodass ich mir keine Sorgen um meine qualifizierte Erstversorgung machen muss, wenn ich bei dem Versuch, mindestens zwei von fünf Bands zufriedenstellend abzulichten, von Kamikaze-Moshern, herumfliegenden Stagedivern, Bierdosen und/oder diversen Stahlkappen mehr oder weniger fies getroffen werde. Mir tut ja jetzt schon alles weh.
Konzert. Gemeinsam. Mit der alten Sache. Und wir sind die einzigen Personen , die wir dort kennen, der Rest steht auf der Bühne und sonst ist da nur Unbekanntes, und Unbekannte(s) macht Angst.
Aber wir haben ja noch uns.
Vielleicht wie früher, mit ansatzweise Seelenverwandschaft. Vielleicht auch nicht.
Wir werden sehen.
Und sonst so?
Man stolpert so vor sich hin.
Aber wenigstens ist nicht alles Scheitern.
Vielleicht sehe ich aber auch nur in die falsche Richtung..
wie siehts aus, magst du mit in die Dorfdisko?"
-"Hi Fremder,
Dorfdisko ist nicht so meins, nee. Wie kommst du überhaupt auf die Idee, da hinzugehen?"
"Der Grinch hat gesagt, da soll es ganz gut sein. Sicher, dass du nicht mitwillst? Kostet auch nur 6,50 Euro heute."
-"Finanziell siehts bei mir zur Zeit echt nicht gut aus, da mag ich nicht noch so viel für so schlechte Musik ausgeben, sorry."
Eine Stunde später: Fotos im sozialen Netzwerk, Ghettoschwester am Posen, er betrunken, Grinch am Posen, er halb in ihrem Ausschnitt und noch betrunkener, irgendein Fangirlie, er so gut wie in ihrem Ausschnitt und völlig dicht.
Und ich sehe mir das so an, dann wieder zu meinen Notizen, wieder auf die Fotos, und entscheide mich dafür, meine Seminararbeit weiter zu schreiben.
Arbeitsbilanz: Sieben Seiten voll, noch vier Unterpunkte zu formulieren, davon bilden drei den zweiten Standpfeiler meines Hauptteils; außerdem fehlt noch der Schluss.
Werte Leserschaft, ich verkünde hiermit ganz optimistisch, dass die Mindestseitenanzahl (10 Seiten) sicher überschritten wird. Obergrenze 15 Seiten.
Eigentlich.
Autobilanz: "Mädel, du kannst froh sein,dassde jetzt hier bei uns sitzt und nicht im Krankenhaus liegst. "
Zufällig festgestellt, tendenziell scheiße. Dafür rausgefunden, wieso das Ding durch den TÜV gekommen ist, und in fünf Stunden fahren wir in die Werkstatt, wo mein tapferes kleines Mayhemmobil wohl mindestens eine Woche verweilen wird.
Retten, was noch zu retten ist, und im Endeffekt hätte ich mir von dem Geld locker ein besseres Auto kaufen können.
Aber ist egal, denn das ist jetzt meines, und ich beabsichtige, es zu fahren, bis ich mir ein H-Kennzeichen draufschrauben kann und noch länger, jawohl.
Rein aus Trotz.
Und aus persönlicher Zuneigung, so von Mensch zu Mayhemmobil.
Familiäre Bilanz: Alle Zeichen auf Weltuntergang.
Auch außerhalb der werten Familie.
Aber es gibt ja Lichtblicke, auch, wenn es nur das nahende Ende der Seminararbeit ist, das niedergewalzt wird von der boshaften Vierfaltigkeit der Horrorklausuren Geschichte-Wirtschaft&Recht-Mathe-Chemie ohne nennenswerte Zeitabstände dazwischen.
Oder die Tatsache, dass ich am Wochenende vielleicht Mr. Gaunt wiedersehe.
Und das Rotkreuzmädchen, sollte ich mich trauen, sie zu fragen.
Aber man munkelt, die aktuelle Person an ihrer Seite, wer auch immer das schon wieder sein mag, hätte es nicht so mit dem, was es abseits der Charts und außerhalb der Disko zu hören gibt.
Und dann trudelt so völlig aus dem Nichts eine SMS der alten Sache ein, kurzgefasst-abgehackt, distanziert wie immer, und er entschuldigt sich doch tatsächlich.
Entschuldigt sich dafür, dass er sich so lange nicht gemeldet hat, verspricht, mir zu erklären, wieso, und fragt mich, ob ich auf das Konzert am Ende des Universums gehe.
Und ich sitze so vor meinem Handy, das genau so einen Wackelkontakt hat wie mein rationales Urteilsvermögen, und freue mich ein bisschen. Einfach darüber, ihn mal wieder zu sehen. Endlich mal ein anderer Sanitäter da, sodass ich mir keine Sorgen um meine qualifizierte Erstversorgung machen muss, wenn ich bei dem Versuch, mindestens zwei von fünf Bands zufriedenstellend abzulichten, von Kamikaze-Moshern, herumfliegenden Stagedivern, Bierdosen und/oder diversen Stahlkappen mehr oder weniger fies getroffen werde. Mir tut ja jetzt schon alles weh.
Konzert. Gemeinsam. Mit der alten Sache. Und wir sind die einzigen Personen , die wir dort kennen, der Rest steht auf der Bühne und sonst ist da nur Unbekanntes, und Unbekannte(s) macht Angst.
Aber wir haben ja noch uns.
Vielleicht wie früher, mit ansatzweise Seelenverwandschaft. Vielleicht auch nicht.
Wir werden sehen.
Und sonst so?
Man stolpert so vor sich hin.
Aber wenigstens ist nicht alles Scheitern.
Vielleicht sehe ich aber auch nur in die falsche Richtung..
