Thema: oh happy day.
Du hast mal gesagt, dass du traurig bist, dass ich dir so fremd bin, so selbstständig, viel zu erwachsen und weil ich nie etwas erzähle. Erinnerst du dich noch?
Weißt du, ich hab dir oft genug erzählt, von Belanglosigkeiten aus der Schule bis hin zu meinem belanglosen Seelenleben, aber du hast nicht zugehört oder es wieder vergessen, und oft bin ich gar nicht dazu gekommen, etwas zu sagen, weil du mich unterbrochen hast mit einem Hinweis, was ich noch sauber machen muss.
Heute hast du dich darauf verlegt, mich einfach zu ignorieren, als ich auf den Befehl, deiner Freundin Bescheid zu sagen, wir würden am Sonntag samt Großvater zum Mittagessen kommen, versucht habe, dir zu erklären, dass und wieso ich nicht mitmöchte.
Hab schon so oft versucht, dir zu erklären, warum ich zu viel Familie nicht vertrage. Heute mehr oder weniger nochmal.
Hab dir erklärt, dass ich nichts gegen sie an sich habe, dass ich es einfach nicht gut vertrage, diese ganze gottverdammte Idylle, schon schwierig, wenn wir zu dritt sind, aber nicht mehr auszuhalten, wenn die "ganze Familie" zusammen sitzt.
Zu dritt, das waren immer WIR. Meine Mutter war dabei beim zu dritt, aber sie ist nicht mehr dabei und wird auch nicht mehr dabei sein, und ich kann mir einfach kein neues " zu dritt" antun, nicht jetzt, nicht dann, nicht in absehbarer Zeit, ich hab dir gesagt, dass es bei mir noch dauert, bis ich mich daran gewöhnt habe, ich hab dir gesagt, dass ich darum manchmal nichts sage und dass ich darum manchmal versuche, dem ganzen aus dem Weg zu gehen. Am Liebsten würde ich dem ganzen immer aus dem Weg gehen.
Ich hab dir gesagt, dass ich lieber daheim bleiben möchte, weil ich es mir nicht antun kann.
Weißt du, ich kanns mir nicht antun, weil es sich falsch anfühlt, mindestens sehr komisch, weil es wehtut, manchmal mehr und manchmal weniger, und weil ich jedes mal wegrennen will, mindestens 10km, noch weiter, bis ich wieder daheim bin oder bis ich bei ihr bin, auf dem Friedhof, wo ich mich genauso falsch fühle, aber eigentlich ist sie dort.
Du hast nicht reagiert, einfach weiter deine Akten durchgesucht und nichts gesagt, und als ich nach Minuten, in denen ich einfach nur da saß, irgendwo zwischen Traurig und enttäuscht, meinte ich, ziemlich leise, dass ich mich über etwas mehr Mitgefühl gefreut hätte, und du hast gesagt, wer Mitgefühl will muss erstmal welches haben, weil du mal wieder deine hochheilige Ordnung-Sauberkeit-Disziplin-Dreifaltigkeit mit menschlichen Gefühlen verwechselt hast.
Dann bist du gegangen und hast zum Abschied eine Befehlssalve auf mich abgefeuert und gesagt, ich soll deine Freundin anrufen.
Trotz..allem und dem Hass, den ich für meine Mutter teilweise empfunden habe und teilweise immernoch empfinde, ich glaube, ich weine wegen ihr. Ich glaube, ich vermisse sie.
Kann es dir nicht genau sagen, aber ich glaube es.
Kann nicht darüber reden, egal, wie es mir geht,
aber kann objektiv darüber schreiben, während ich wimmernd vor einem Computer sitze.
Muss seelisch umschalten, wenn die Haustür zu hören ist, weil ich weiß, dass mein Großvater wieder heimgekommen ist, gleich auftauchen und sein Redebedürfnis ausleben wird. Sehr wahrscheinlich werde ich fünfmal seinen Essensplan der nächsten Woche hören, die Wettervorhersage und die Lottozahlen, und egal, was ich sage, ob es zum Thema passt oder nicht, er wird über mich hinwegreden, einfach so, als sei ich nicht da, und irgendwann wieder gehen, nur, um noch mindestens zwei Mal wieder aufzutauchen, vielleicht nachzufragen, ob ich der Vaterfreundin schon Bescheid gesagt habe wegen Sonntag.
So I hold by breath 'til my heart explodes.. .
Thema: od serca
Vaterfreundin,
Unsre Beziehung zueinander ist das beste Beispiel für oberflächliche Fastfreundschaft, das mir je begegnet ist.
Gemeinsamkeiten hin oder her, zu unterschiedliche Ansichten und Persönlichkeiten können nur nebeneinander her und miteinander existieren, wenn einer zurücksteckt und leidet, und bei uns bin das ich.
Direktheit schön und gut. Auch arrangiere ich mich damit, dass du Sensibilität und Feinfühligkeit nicht gerade mit Löffeln gefressen hast, aber weißt du, nur weil du stark und mutig und rücksichtslos und direkt und laut und selbstbewusst bist, heißt das nicht, dass du jeden entsprechend behandeln kannst.
Ich bin zu empfindlich, manchmal, definitiv. Aber Rücksichtnahme wäre ganz schön, ich meine, ich nehme auch so oft Rücksicht auf dich; und es ist nunmal nicht jeder laut, mutig,direkt und rücksichtslos stark, manche sind eben ängstlich stark. Weißt du, das, was sie immer sehen und als jene Offenheit und jenen Mut bezeichnen, den sie so an mir bewundern, ist in Wahrheit nichts als die höchste Steigerungsstufe, der Superlativ meiner Angst, der dazu führt, dass mein Gehirn völlig abschaltet und, im Idealfall, das Bauchgefühl, oder aber der Autopilot übernimmt.
Das ist bei anderen.
Nachdem du zu meinem Vater gehörst, dachte ich, ich bin mal ich, und ignorierte diverse Bemerkungen, weil ich mir dachte, es sei eben deine Art, während es sich immer deutlicher abzeichnete, dass ich eben doch noch ein Exemplar von der Sorte meines Vaters bekommen hatte, und bei allem guten Verständnis näherte ich mich immer mehr der emotionalen Explosion an.
Heute hast du mich zum Weinen gebracht.
Das ist keine große Kunst, du bist nicht die erste, die das schafft: der Junge, dem ich 6 Jahre lang hinterher lief, aus Liebe, und der wohl nie ganz egal sein wird, hat mich schon oft zum Weinen gebracht, teilweise ohne, dass er etwas dafür tun musste. Mein Vater hat mich oft zum Weinen gebracht, so dumm es sich anhört, das Leben hat mich zum Weinen gebracht.
Aber du hast kein Recht dazu.
Du hast kein Recht, mir einen Essstab mit Hebelbewegungen, bei denen mich jede einzelne ein Stück weit zu skalpieren scheint, "heimlich" und auch dann, wenn ich darauf hinweise, dass es wehtut, in die hochgeklammerten Haare zu stopfen. Weißt du, wenn da schon eine Frisur ist, dann hat das einen Grund und meistens sitzt sie ziemlich fest, und davon abgesehen, dass du nicht das Recht hast, dich in meinen Privatbereich einzumischen, saß ich danach eine Viertelstunde mit Kamm und Öl da und versuchte, ohne größere Schäden die Knoten zu entfernen, die du hinterlassen hast, und dabei meine schmerzende Kopfhaut zu massieren.
Du hast kein Recht, mir vorschreiben zu wollen, wann ich mein Zimmer aufräume; Ich habe gesagt, ich räume es auf, ich habe aber auch mehrfach gesagt, dass ich keine Zeitangabe geben werde, weil ich Prioritäten setzen muss. Du hast mir nicht zu drohen mit Rauswurf meiner Sachen oder meiner Gitarre. Du bist nicht mein Vater.
Du hast kein Recht, mich anzuschreien aus künstlicher Empörung und den Kopf zu schütteln über meine vermeintliche Dummheit und mich, wenn ich Bedenken habe, an der mir angebotenen Jugendbegegnung in Israel teil zu nehmen, weil ich Angst vorm Fliegen habe und davor, dass man am kompletten Programm teilnehmen muss, zu dem auch zweimal im Meer schwimmen, Klettern und eine Radtour gehören. Nichtteilnehmen am Programm bedeutet Heimreise auf eigene Kosten, und so viel Geld hab ich nicht.
Falls die Gruppe, das Flugzeug oder nur ich entführt werde(n), haben ja sowohl mein Vater als auch du darauf hingewiesen, dass ihr kein Lösegeld bezahlen werdet.
Du hast kein Recht, mich zu beleidigen, das hat nämlich prinzipiell erstmal niemand. Die einzigen, die mich beleidigen dürfen, sind nahestehende Fastfreunde, und dann nur aus Spaß und nicht ernst gemeint. Wenn ich also schon zustimme, mir deinen Drecksköter, den du dir ja nicht aus dem Tierheim holen kannst, sondern extra beim Züchter bestellt hast, anzusehen, falls ich vorbeikommen kann und Zeit habe, möchte ich mich nicht dumm anmaulen lassen: Ich weiß, dass Sonntag zu "Wochenende" zählt, aber weißt du, ich habe zu tun, ich werde fortgebildet, spiele Gitarre und muss um meine Versetzung oder einen annehmbaren Notendurchschnitt für einen Schulwechsel kämpfen. Mich dann nochmal anzumaulen von wegen "Du hast da Zeit, du musst am Sonntag nicht auf dem Sofa rumliegen", tschuldigung, aber das find ich scheiße. Ist dein winziger Verstand fähig, zu begreifen, dass ich auch ein Leben habe? Ich wäre FROH UND GLÜCKLICH WENN ICH EINEN GANZEN SONNTAG AUF DEM SOFA LIEGEN KÖNNTE! ICH WÄRE FROH UND GLÜCKLICH, WENN ICH EINEN TAG MEINE RUHE HABEN KÖNNTE! WAS GIBT DIR EGOISTISCHEM STÜCK EIGENTLICH DAS RECHT, MICH ZU BEANSPRUCHEN, ZU BEVORMUNDEN, ZU BELEIDIGEN, ABZUWERTEN UND DICH ÜBER MICH LUSTIG ZU MACHEN??
War das jetzt endlich deutlich und laut genug?
I hope so.
Ich nehme Rücksicht, also nimm du bitte auch Rücksicht, dass ich eben etwas empfindlicher bin, unsicherer, leichter zu verletzen. Das bedeutet nämlich nicht, dass ich dumm, lebensunfähig oder scheiße bin.
Ich find den Großteil deiner Person nämlich genauso beschissen wie du meine, also könnten wir uns einfach auf nicht allzu engen Kontakt einigen, der nur so weit geht, dass wir die Smalltalkgrenze nicht überschreiten, oder?
In zwei Jahren habe ich genügend physischen Abstand zwischen all das hier und mich gebracht, so lange werde ich doch wohl aushalten.
Sag nicht, ich würde es nicht versuchen. Ich gebe dir eine Chance, ich habe dir von Anfang an eine gegeben, auch wenn ich wusste, dass es schwierig werden würde; nicht aus der falschen Angst heraus, du würdest den Platz meiner Mutter einnehmen wollen, sondern aus der Gewissheit, dass deine Person zu anders ist, um mit meiner auf freundschaftlicher Basis zu verkehren.
Also nimm einfach Rücksicht, oder noch besser, halt dich einmal in deinem Leben zurück, denke vielleicht daran, dass ich auch Gefühle habe, irgendwo, und dass es eben Leute gibt, die anders sind als du, aber trotzdem daseinsberechtigt.
Ich sehe auch gezwungenermaßen über so viel hinweg, bei dir.
Ich muss mich nicht mit dir verstehen, ich will nicht mit dir kämpfen, aber wenn du es so willst, kannst du es so haben.
Denn nichts gibt dir das Recht, mich so zu behandeln, garnichts.
Wir sind keine Freunde.
mit freundlichen Grüßen
Frau/Fräulein/die mayhem,
auch, wenn ich ernsthaft überlege, ob du mich nicht siezen solltest, damit wenigstens der Hauch der Illusion, du hättest ein wenig Respekt oder Wertschätzung für mich übrig, entsteht.
Unsre Beziehung zueinander ist das beste Beispiel für oberflächliche Fastfreundschaft, das mir je begegnet ist.
Gemeinsamkeiten hin oder her, zu unterschiedliche Ansichten und Persönlichkeiten können nur nebeneinander her und miteinander existieren, wenn einer zurücksteckt und leidet, und bei uns bin das ich.
Direktheit schön und gut. Auch arrangiere ich mich damit, dass du Sensibilität und Feinfühligkeit nicht gerade mit Löffeln gefressen hast, aber weißt du, nur weil du stark und mutig und rücksichtslos und direkt und laut und selbstbewusst bist, heißt das nicht, dass du jeden entsprechend behandeln kannst.
Ich bin zu empfindlich, manchmal, definitiv. Aber Rücksichtnahme wäre ganz schön, ich meine, ich nehme auch so oft Rücksicht auf dich; und es ist nunmal nicht jeder laut, mutig,direkt und rücksichtslos stark, manche sind eben ängstlich stark. Weißt du, das, was sie immer sehen und als jene Offenheit und jenen Mut bezeichnen, den sie so an mir bewundern, ist in Wahrheit nichts als die höchste Steigerungsstufe, der Superlativ meiner Angst, der dazu führt, dass mein Gehirn völlig abschaltet und, im Idealfall, das Bauchgefühl, oder aber der Autopilot übernimmt.
Das ist bei anderen.
Nachdem du zu meinem Vater gehörst, dachte ich, ich bin mal ich, und ignorierte diverse Bemerkungen, weil ich mir dachte, es sei eben deine Art, während es sich immer deutlicher abzeichnete, dass ich eben doch noch ein Exemplar von der Sorte meines Vaters bekommen hatte, und bei allem guten Verständnis näherte ich mich immer mehr der emotionalen Explosion an.
Heute hast du mich zum Weinen gebracht.
Das ist keine große Kunst, du bist nicht die erste, die das schafft: der Junge, dem ich 6 Jahre lang hinterher lief, aus Liebe, und der wohl nie ganz egal sein wird, hat mich schon oft zum Weinen gebracht, teilweise ohne, dass er etwas dafür tun musste. Mein Vater hat mich oft zum Weinen gebracht, so dumm es sich anhört, das Leben hat mich zum Weinen gebracht.
Aber du hast kein Recht dazu.
Du hast kein Recht, mir einen Essstab mit Hebelbewegungen, bei denen mich jede einzelne ein Stück weit zu skalpieren scheint, "heimlich" und auch dann, wenn ich darauf hinweise, dass es wehtut, in die hochgeklammerten Haare zu stopfen. Weißt du, wenn da schon eine Frisur ist, dann hat das einen Grund und meistens sitzt sie ziemlich fest, und davon abgesehen, dass du nicht das Recht hast, dich in meinen Privatbereich einzumischen, saß ich danach eine Viertelstunde mit Kamm und Öl da und versuchte, ohne größere Schäden die Knoten zu entfernen, die du hinterlassen hast, und dabei meine schmerzende Kopfhaut zu massieren.
Du hast kein Recht, mir vorschreiben zu wollen, wann ich mein Zimmer aufräume; Ich habe gesagt, ich räume es auf, ich habe aber auch mehrfach gesagt, dass ich keine Zeitangabe geben werde, weil ich Prioritäten setzen muss. Du hast mir nicht zu drohen mit Rauswurf meiner Sachen oder meiner Gitarre. Du bist nicht mein Vater.
Du hast kein Recht, mich anzuschreien aus künstlicher Empörung und den Kopf zu schütteln über meine vermeintliche Dummheit und mich, wenn ich Bedenken habe, an der mir angebotenen Jugendbegegnung in Israel teil zu nehmen, weil ich Angst vorm Fliegen habe und davor, dass man am kompletten Programm teilnehmen muss, zu dem auch zweimal im Meer schwimmen, Klettern und eine Radtour gehören. Nichtteilnehmen am Programm bedeutet Heimreise auf eigene Kosten, und so viel Geld hab ich nicht.
Falls die Gruppe, das Flugzeug oder nur ich entführt werde(n), haben ja sowohl mein Vater als auch du darauf hingewiesen, dass ihr kein Lösegeld bezahlen werdet.
Du hast kein Recht, mich zu beleidigen, das hat nämlich prinzipiell erstmal niemand. Die einzigen, die mich beleidigen dürfen, sind nahestehende Fastfreunde, und dann nur aus Spaß und nicht ernst gemeint. Wenn ich also schon zustimme, mir deinen Drecksköter, den du dir ja nicht aus dem Tierheim holen kannst, sondern extra beim Züchter bestellt hast, anzusehen, falls ich vorbeikommen kann und Zeit habe, möchte ich mich nicht dumm anmaulen lassen: Ich weiß, dass Sonntag zu "Wochenende" zählt, aber weißt du, ich habe zu tun, ich werde fortgebildet, spiele Gitarre und muss um meine Versetzung oder einen annehmbaren Notendurchschnitt für einen Schulwechsel kämpfen. Mich dann nochmal anzumaulen von wegen "Du hast da Zeit, du musst am Sonntag nicht auf dem Sofa rumliegen", tschuldigung, aber das find ich scheiße. Ist dein winziger Verstand fähig, zu begreifen, dass ich auch ein Leben habe? Ich wäre FROH UND GLÜCKLICH WENN ICH EINEN GANZEN SONNTAG AUF DEM SOFA LIEGEN KÖNNTE! ICH WÄRE FROH UND GLÜCKLICH, WENN ICH EINEN TAG MEINE RUHE HABEN KÖNNTE! WAS GIBT DIR EGOISTISCHEM STÜCK EIGENTLICH DAS RECHT, MICH ZU BEANSPRUCHEN, ZU BEVORMUNDEN, ZU BELEIDIGEN, ABZUWERTEN UND DICH ÜBER MICH LUSTIG ZU MACHEN??
War das jetzt endlich deutlich und laut genug?
I hope so.
Ich nehme Rücksicht, also nimm du bitte auch Rücksicht, dass ich eben etwas empfindlicher bin, unsicherer, leichter zu verletzen. Das bedeutet nämlich nicht, dass ich dumm, lebensunfähig oder scheiße bin.
Ich find den Großteil deiner Person nämlich genauso beschissen wie du meine, also könnten wir uns einfach auf nicht allzu engen Kontakt einigen, der nur so weit geht, dass wir die Smalltalkgrenze nicht überschreiten, oder?
In zwei Jahren habe ich genügend physischen Abstand zwischen all das hier und mich gebracht, so lange werde ich doch wohl aushalten.
Sag nicht, ich würde es nicht versuchen. Ich gebe dir eine Chance, ich habe dir von Anfang an eine gegeben, auch wenn ich wusste, dass es schwierig werden würde; nicht aus der falschen Angst heraus, du würdest den Platz meiner Mutter einnehmen wollen, sondern aus der Gewissheit, dass deine Person zu anders ist, um mit meiner auf freundschaftlicher Basis zu verkehren.
Also nimm einfach Rücksicht, oder noch besser, halt dich einmal in deinem Leben zurück, denke vielleicht daran, dass ich auch Gefühle habe, irgendwo, und dass es eben Leute gibt, die anders sind als du, aber trotzdem daseinsberechtigt.
Ich sehe auch gezwungenermaßen über so viel hinweg, bei dir.
Ich muss mich nicht mit dir verstehen, ich will nicht mit dir kämpfen, aber wenn du es so willst, kannst du es so haben.
Denn nichts gibt dir das Recht, mich so zu behandeln, garnichts.
Wir sind keine Freunde.
mit freundlichen Grüßen
Frau/Fräulein/die mayhem,
auch, wenn ich ernsthaft überlege, ob du mich nicht siezen solltest, damit wenigstens der Hauch der Illusion, du hättest ein wenig Respekt oder Wertschätzung für mich übrig, entsteht.
Thema: monolog
"Ohne dich kann ich nicht sein, mit dir bin ich auch allein."
( Ohne Dich , Rammstein)
Je nachdem, von wem aus man es betrachtet, bin ich entweder robuster oder aber viel verletzlicher, als diese Person vermutet, was hauptsächlich daran liegt, dass ich mich mit dem Umfang des Tatsachenberichts aus meinem Inneren meist nach dem Intellekt oder der aktuellen Stimmung meines Gegenübers richte.
Zudem ist die Weltuntergangsstimmung irgendwie halbschleichend zum alltäglichen Begleiter geworden, mal mehr im Vordergrund, manchmal ist sie aber auch so freundlich, sich ein wenig zurückzuhalten, und ich habe ja immernoch die Hoffnung, dass ich mich irgendwann einmal mit ihr arrangieren werde.
Trotzdem, ich würde nicht sagen, dass es mir in nicht materieller Hinsicht gut geht (materiell ist Nebensache und insofern gibt es kein "gut" oder "schlecht", solange ich ein Dach überm Kopf habe und die Katze nicht hungern muss), aber das wird auch zum Dauerzustand, glaube ich.
"Als die Melancholie zum Alltag wurde", und so weiter, et cetara, bla bla, all das, duverstehstmichschon. Standartmodelle, Brechreiz, und auch das irgendwie nur das Übliche.
Man kann also sagen, bei mir alles wie immer, Routine, ich kann man darauf verlassen, dass ich mich auf nichts verlassen kann, und übrig bleiben Negativgefühl, Frust und vielleicht ein wenig Einsamkeit.
Also wirklich nichts neues.
Überhaupt, immer diese Sensationslust.
Das Leben ist kein Actionfilm, maximal schlechtes Schmierentheater, und wer entscheidet, was berichterstattungswürdig ist.
Hinzu kommen die Momente, in denen man einfach nicht aussprechen kann, was man eigentlich sagen will, weil man es geschafft hat, sich selbst sprachlos zu machen, oder aber weil man schlichtweg Ausdrucksschwierigkeiten hat.
Alles in Allem ist das Leben also eines der Themen, die sich am wenigsten dazu eignen, über sie zu schreiben oder zu sprechen, zumindest, wenn man vorhat, das dauerhaft zu tun.
Entweder man wiederholt sich, oder man setzt sich selbst unnötig viel unter Druck, beides auf Dauer nicht unbedingt ideal und entweder resultierend in "Langweilig, die erzählt immer das selbe" oder aber in "die kriegt ihr Leben eh nicht auf die Reihe" ; maximal in "schreibt schlecht".
Drauf geschissen, wir sitzen hier nicht im Kino.
Ich ertränke mich in mir selbst, den komischen Auswüchsen meiner Persönlichkeit, dem Leben, meiner eigenen depressiv-angehauchten Grundstimmung, meinem Fett, was auch immer, und so weiter, das übliche eben, wir kennen uns und du kennst mich und überhaupt, wir wissen doch alles. Wie es sein soll, wie es weitergehen sollte, wie es weitergehen wird, das es nicht weitergehen wird, sondern sich maximal im Kreis dreht.
Bis einer kotzt, bis einer weint, bis irgendwer den Kurs ändert,und ob das dann gut ist, weiß auch keiner.
Überraschend ruhig hier.
( Ohne Dich , Rammstein)
Je nachdem, von wem aus man es betrachtet, bin ich entweder robuster oder aber viel verletzlicher, als diese Person vermutet, was hauptsächlich daran liegt, dass ich mich mit dem Umfang des Tatsachenberichts aus meinem Inneren meist nach dem Intellekt oder der aktuellen Stimmung meines Gegenübers richte.
Zudem ist die Weltuntergangsstimmung irgendwie halbschleichend zum alltäglichen Begleiter geworden, mal mehr im Vordergrund, manchmal ist sie aber auch so freundlich, sich ein wenig zurückzuhalten, und ich habe ja immernoch die Hoffnung, dass ich mich irgendwann einmal mit ihr arrangieren werde.
Trotzdem, ich würde nicht sagen, dass es mir in nicht materieller Hinsicht gut geht (materiell ist Nebensache und insofern gibt es kein "gut" oder "schlecht", solange ich ein Dach überm Kopf habe und die Katze nicht hungern muss), aber das wird auch zum Dauerzustand, glaube ich.
"Als die Melancholie zum Alltag wurde", und so weiter, et cetara, bla bla, all das, duverstehstmichschon. Standartmodelle, Brechreiz, und auch das irgendwie nur das Übliche.
Man kann also sagen, bei mir alles wie immer, Routine, ich kann man darauf verlassen, dass ich mich auf nichts verlassen kann, und übrig bleiben Negativgefühl, Frust und vielleicht ein wenig Einsamkeit.
Also wirklich nichts neues.
Überhaupt, immer diese Sensationslust.
Das Leben ist kein Actionfilm, maximal schlechtes Schmierentheater, und wer entscheidet, was berichterstattungswürdig ist.
Hinzu kommen die Momente, in denen man einfach nicht aussprechen kann, was man eigentlich sagen will, weil man es geschafft hat, sich selbst sprachlos zu machen, oder aber weil man schlichtweg Ausdrucksschwierigkeiten hat.
Alles in Allem ist das Leben also eines der Themen, die sich am wenigsten dazu eignen, über sie zu schreiben oder zu sprechen, zumindest, wenn man vorhat, das dauerhaft zu tun.
Entweder man wiederholt sich, oder man setzt sich selbst unnötig viel unter Druck, beides auf Dauer nicht unbedingt ideal und entweder resultierend in "Langweilig, die erzählt immer das selbe" oder aber in "die kriegt ihr Leben eh nicht auf die Reihe" ; maximal in "schreibt schlecht".
Drauf geschissen, wir sitzen hier nicht im Kino.
Ich ertränke mich in mir selbst, den komischen Auswüchsen meiner Persönlichkeit, dem Leben, meiner eigenen depressiv-angehauchten Grundstimmung, meinem Fett, was auch immer, und so weiter, das übliche eben, wir kennen uns und du kennst mich und überhaupt, wir wissen doch alles. Wie es sein soll, wie es weitergehen sollte, wie es weitergehen wird, das es nicht weitergehen wird, sondern sich maximal im Kreis dreht.
Bis einer kotzt, bis einer weint, bis irgendwer den Kurs ändert,und ob das dann gut ist, weiß auch keiner.
Überraschend ruhig hier.
Thema: von herzen
15. Februar 11 | Autor: mayhem | 0 Kommentare | Kommentieren
Dicht wie Löcher eines Siebes stehn
Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, daß die Straßen
Grau geschwollen wie Gewürgte stehn.
Ineinander dicht hineingehakt
Sitzen in den Trams die zwei Fassaden
Leute, wo die Blicke eng ausladen
Und Begierde ineinander ragt.
Unsre Wände sind so dünn wie Haut,
Daß ein jeder teilnimmt, wenn ich weine.
Flüstern dringt hinüber wie Gegröhle:
Und wie stumm in abgeschlossner Höhle
Unberührt und ungeschaut
Steht doch jeder fern und fühlt: alleine.
( Städter von Alfred Wolfenstein.)
Dear Nebensitzerin,
Vielleicht ist unsere Freundschaft nicht die allertiefste, die du kennst, und sicher nicht die allertiefste, die ich kenne, jedoch kann ich trotzdem sagen, dass ich immer da war, sicher nicht immer so, wie du es wolltest, aber ich war da, und ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass meine Handlungsweise jedes Mal die richtige war. Auch du hast das mitbekommen, und auch, wenn ich nie ein "Du hattest Recht" oder gar ein "Danke" gehört habe, die Tatsache, dass du auf einmal genau das sagtest, was ich dir vorher gesagt hatte und wofür du mich verflucht und als verständnis- und ahnungslos und dumm und gefühlskalt bezeichnet hast, hat fast den selben Stellenwert.
Ich habe Nervenzusammenbrüche mit durchgestanden, ebenso wie Beziehungsdramen, Schulwechsel und Neuverlieben, und jedes Mal war ich mit dabei, habe zugehört und mitgefühlt, und es ertragen, wenn alles, was ich tat, um dir zu helfen, abgeschmettert und mit möglichst viel Schwung und mindestens einer Dosis "verletzend" für mich zurückgeschleudert wurde. Wenn ich etwas gesagt habe, dann warst du traurig, oder du warst wütend, oder beides, aber im Nachhinein hatte ich dann doch das richtige gesagt, und irgendwann war die Welt wieder in Ordnung und unsere Freundschaft dann ja irgendwie auch.
Weißt du, ich glaube nicht nur an das Gute im Menschen, meistens, sondern auch daran, dass alles gut wird, immer.
Diese Einstellung ist nicht gerade die seelenschonendste, aber sie gehört nunmal genauso zu mir, wie mein manchmal ziemlich eigenartiger Humor, mit dem ich dich meistens irgendwie wieder aufmuntern konnte, mal früher, mal später,
und so habe ich auch daran geglaubt, dass man Freundschaft ohne Fundament wieder aufrichten kann. Aber das ist genauso wie mit dem Weltretten, wie ich es der Freundin meines Vaters erklärt habe: Ohne Fundament kann man kein Haus dauerhaft aufbauen, da kann es noch so toll aussehen oder so perfekt durchgeplant sein.
Und so ist das bei uns.
Ich möchte es nicht akzeptieren, gewöhne mich aber daran, dass du sagst, an irgendwem musst du ja deine Aggressionen auslassen, egal wer es ist, wenn du wieder grundlos wütend bist, und dass ich dann die Zielscheibe bin.
Ich möchte es nicht akzeptieren, das deine, im Moment ausnahmsweise ohne ersichtlichen Grund, wuchernden Aggressionen einen Batzen Intoleranz geboren und in dein Hirn gespuckt haben, und daraus eine Fluch-und Beleidigungssalve zusammen mit wüsten Gewaltphantasien resultieren, die du immer abschießst, wenn es ein Kind, ein Ausländer, eine alte Frau oder irgendein anderes atmendes Wesen gewagt hat, sich in deinem Radius aufzuhalten.
Ich möchte es nicht akzeptieren, dass dein Hirn nur noch ein Haufen Brei ist, in den es von zu viel Talkshows, zu viel Engstirnigkeit, zu viel unselbstständigem Denken, zu viel bevormundet werden, zu viel sinnloser Aggression, zu viel Klischeedenken, zu viel "Ghettotusse"-Sein bei dem Versuch, böse Metalfrau zu sein, zu wenig Weltsicht, zu viel Naivität und schließlich und endlich als Resultat und Wurzel des ganzen, zu wenig Bereitschaft und Wille, selbstständig ohne andere und unvoreingenommen zu denken, verwandelt wurde!
Scheiße man.
Ich weiß, dass du zur Zeit nichts hören willst, wenn ich etwas sage, bist du wütend, und wenn ich nichts sage, bist du genauso wütend, darum habe ich mich heute darauf verlegt, einfach nichts zu sagen, als du von der Haltestelle losgehastet bist und ich neben dir fast joggen musste, um mit deinem Tempo mithalten zu können, obwohl ich technisch gesehen die längeren Beine habe. Hab dich nur anfangs gefragt, ob wir bitte langsamer laufen könnten, du hast mir ein aggressives "Nein" ins Gesicht gehämmert und dich nicht einmal umgedreht, also bin ich mitgerannt, durch dem Mund atmend, weil ich erkältungsbedingt nicht gut Luft bekam, und als wir vor deiner Haustür angekommen waren, fühlte sich jeder Atemzug an, als würde jemand meine Luftröhre mit einer Raspelfeile bearbeiten, aber ich hatte dir nonverbal zu verstehen gegeben, dass ich da bin.
Richtig.
Auch, wenn du es dir wohl eher nicht denken kannst, weil ich bei dir doch so viel anders bin, als ich es eigentlich bin, möchte ich, dass du weißt, dass ich da bin, so irgendwie ja immer, und das auch sein werde.
Vielleicht ist das im Moment das einzige, was du verträgst, jemand, der einfach nur zuhört.
Ohne irgendwas zu sagen, was auch den Vorteil der auf wenige Millimeter reduzierten Angriffsfläche bietet. Oberflächenverkleinerung zur Optimierung des Überlebens.
Vielleicht brauchst du ja jemand, der einfach nur zuhört, an dem alles, was du so verletzendes in die Welt schleuderst, abprallt oder der es eben absorbiert,
Vielleicht brauchst du das, um dich zu beruhigen.
Vielleicht. Sicherlich geht es dann irgendwann genauso weiter wie zuvor,
und die Welt sieht wieder in Ordnung aus.
Ich möchte nur, dass du weißt, dass ich dazu nein sage.
Ich bin immer da, das habe ich dir schon gesagt, aber trotz einem gewissen Hang dazu, persönliche Grenzen zu ignorieren, ich tus mir nicht mehr an.
Auch, wenn es dir unvorstellbar erscheinen mag, ich hätte gerne, nein, fordere ein Mindestniveau für meine Behandlung.
Ich will nicht das Ding sein, an dem du deine grundlose Wut auslässt, in Form von sinnlosen Diskussionen, weil du wieder mal die Bild als das ultimative Dogma oder eine Aussage eines unwissenden Idioten bezüglich eines Themas, über das ich eben ausnahmsweise wirklich besser Bescheid weiß, als unumstößlich richtig und mich als dumm und unwissend einsortiert hast.
Ich will nicht zu viel.
Ich möchte nur, dass, wenn ich schon meine ehrliche Meinung sage, diese nicht einfach abgeschmettert und als falsch, unrealistisch oder "hat eh keine Ahnung" einsortiert wird, ich möchte, dass du aufhörst, immer andere grundlos unter dir leiden zu lassen, weil du in deinem hobbylosen Leben sonst eingeengt bist, ohne zu sehen, dass die Haustür offen steht und du jederzeit rauskannst.
Und ich möchte, dass du anfängst, deinen Verstand zu benutzen. Sapere Aude, undso.
Ich helfe immer, auch wenn es die meisten erst sehr viel später merken, und zuhören tu ich auch fast immer.
So werde ich also morgen wieder schweigend neben dir herlaufen, vermutlich.
Und ich werde nicht wieder versuchen, dir zu erklären, dass es mich verletzt und dass ich nicht immer diejenige sein will, an der du deine Wut auslässt, denn als ich es das letzte Mal sagte, kamen nur ein "Na und?" und ein "Ich lass meine Wut aus, an wem ich will" als Antwort, und weißt du, das hat mir nicht gerade geholfen oder mich sonderlich aufgebaut, aber das ist wohl auch nicht dein Job.
Es bleibt also so, wie es nicht bleiben kann, irgendwann wird wieder alles gut und dann nicht mehr, oder es bleibt alles beschissen und du ziehst weg, bevor es sich von selbst ausgesessen und totgeschwiegen hat. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, es ist mir völlig egal, klar will ich, dass wir es wieder hinbekommen, aber ich kann nunmal nicht nur Liebesbeziehungen, sondern auch Freundschaften nicht alleine am Laufen halten oder retten, und insofern stehen wir gerade ziemlich doof da, und ich verlege mich abermals darauf, nur stumm zuzuhören und da zu sein, für den Fall, dass du mal jemand brauchst.
Dein Supernichts.
