Thema: monolog
27. Februar 12 | Autor: mayhem | 0 Kommentare | Kommentieren
Ein leises Schmatzgeräusch, und das Sofa hat mich in sich aufgenommen.
Bin im Oberstufenzimmer, in dem Sofa, das irgendwann sein Skelett verloren hat,nur noch aus Polstermaterial besteht und anscheinend lediglich von seiner Überzugsmaterialhaut zusammengehalten wird. Ein bisschen Form bekommt das ganze durch die zwei Holzstücke, die wohl mal die Armlehnen formen sollten, zumindest so weit, dass man seinen Kopf leicht erhöht lagern kann, wenn man zusammengekauert schlafen will.
Sitze also vergleichsweise bequem, eigentlich in halbliegender Position, wenn auch eher unkonventionell gebettet, höre Sigur Rós und frage mich,was heute eigentlich mit mir los ist.
So kenne ich mich nicht, ausgeglichen und stabil und all das, so ausgeglichen und stabil,dass der sprichwörtliche Fels in der Brandung einpacken kann gegen mich.
Seltsam.
Testweise ein Blick zum Problem, aber da tut sich nichts.
Kein Seelenschmerz, kein Weltuntergang. Die Sonne scheint draußen weiter und in mir drin herrscht immernoch die Ruhe, an die ich sonst nicht einmal zu denken wagte.
Mein Herz überrascht mich immer wieder.
Und ich sitze da so seelenruhig im Sofa, während der Mensch da drüben ebenso in einem anderen liegt und darauf wartet, dass seine Freundin auch Unterrichtsende hat, weil er sie danach, wie immer, heimfährt und anscheinend dort bleibt, weiß das, sehe ihn, höre seine Stimme, als er mit einem anderen Abiturienten spricht, sehe, als er in meine Richtung schaut, Blicke treffen sich kurz, ich sehe weg, wie immer, aber fühle exakt nichts.
Da ist nichts, habe aufgehört, zu fühlen, weil ich es beschlossen habe, einfach so.
Es ist vorbei.
Und ich sitze da so seelenruhig im Sofa, während es einfach so vorbei ist, und habe mich heute nicht verunsichern lassen, nicht durch Blicke, nicht durch Lästereien, nicht durch den Umstand,dass ich der Deutschlehrkraft mitteilen musste, die Lektüre in den Ferien nicht nur nicht gelesen, sondern auch verloren zu haben; etwas, was mich normalerweise bis auf die Knochen verunsichert hätte, mit Menschen reden fällt mir schwer
-aber nicht heute.
Sitze da so seelenruhig im Sofa und habe es geschafft, in der Deutschstunde mit der Lehrkraft zu reden und das Genie während der Gruppenarbeit zu fragen, ob es mit mir und der Zweckgemeinschaft Gruppe sein möchte; einfach so, als wäre das etwas ganz Normales, mit Menschen zu reden. Das Genie hat sich gefreut, wir waren Gruppe und früher als alle anderen fertig, weil er Ahnung hat und ich auch, wir beide sogar mehr als die Deutschlehrkraft, das ist ja das Fatale, und eigentlich hätte ich mich nach dieser Feststellung wieder über die Lehrkraft aufgeregt, aber so sah ich ihn an, den Lehrer, wie er in seiner übertrieben schnellen Art gestikulierend, so nervig formulierend und mit dem furchtbar aggressiv machenden Sprechrhythmus irgendeinen weiteren themafremden Schwachsinn erzählte, und fühlte exakt nichts.
Egal war es mir, was der da machte. Sollte er doch,wenn er dann das Gefühl hatte, das sei Unterricht, was er veranstaltete.
Sitze so seelenruhig im Sofa und denke an die Deutschstunde zurück, und nichtmal im Nachhinein werde ich aggressiv, so, wie es nichts ausmachte, als die Blondine Nr.2 wieder mit dem ewiggleichen Thema anfing, das mich eigentlich nerven sollte, und dann dazu überging, aus dem Beziehungsbettkasten zu plaudern, wieder, und es mir egal war, als Blondine Nr.1 einstimmte.
Nicht einmal im Nachhinein machte es mir etwas aus, weder die Deutschlehrkraft mit dem Unterricht, der keiner ist, noch die Blondinen mit ihrer Ignoranz und ihren ach-so-interessanten Geschichten, noch das Problem;
saß so seelenruhig auf meinem Bett, meinen Tee neben mir und die schlafende Katze auf meinen Beinen, und es machte mir nichts aus, das alles.
Ist relativ angenehm, zur Abwechslung mal nicht das Gefühl zu haben, kaputt zu gehen oder Negativleere zu empfinden, sondern sich in einem Zustand zu befinden, der sehr nahe an Ausgeglichenheit grenzt, an Ruhe.
Vielleicht ist es eine Folge aus der nahezu hypnotischen Wirkung, die das mich schon den ganzen Tag begleitende Ný batterí auf mich hat,
oder ich bin inzwischen so angeknackst,dass ich zur Optimistin mutiere,
oder die Sache mit dem Problem hat meinem Unterbewusstsein einen Schubs in die richtige Richtung gegeben,
vielleicht bin ich aber auch gerade dabei,das zu tun, was immer nur in seiner Verneinung existent war:
Ich krieg mich auf die Reihe.
Eventuell ist das ja wirklich so,dass ich es jetzt auf die Reihe bekomme, mich und vielleicht sogar das Leben, einfach so, aus mir heraus.
Die Vorstellung, ich könnte mich und sogar mein Leben dauerhaft auf die Reihe kriegen ist seltsam, aber genauso seltsam war es, heute einfach so mit Menschen zu reden, weil ich es einfach gemacht habe; ich bin normalerweise sogar dann verunsichert,wenn ich mit der Feindin oder dem Kumpel rede, und die Begrüßungs- und Abschiedsumarmungssequenz bereitet mir im Normalfall ebenfalls Unbehagen und überhaupt sind soziale Interaktionen jeder Art etwas sehr schwieriges, aber vielleicht schaffe ich ja sogar das.
We will see.
Thema: off topic
Ich entscheide mich ja generell fatal oft dafür, das einzig Vernünftige zu tun.
Zum Beispiel in einem Frittenbudeshirt zu einer Feier der alten Sache zu gehen, auf der sonst nur böse Blackmetalmenschen sind.
Oder die letzten Jahre damit zu verbringen, mein Herz an das Problem zu hängen. Und (dann?) an die alte Sache.
Und (wieder) an das Problem. Und so weiter, Sie wissen schon..
Oder dafür, mir genau dann das so lange vermisste Piercing wieder in die Lippe zu tackern, wenn der Sport fürs nächste Semester Basketball heißt und eisige Temperaturen herrschen. Aber mein Körperschmuck ist jetzt wieder komplett symmetrisch, das ist ja wohl die Hauptsache.
Edit: Oder dafür, mein freiwilliges soziales Jahr keinesfalls hier zu absolvieren und deshalb die Kreis-, bzw.Landesverbände von Hamburg bis München anzumailen,um mich zu erkundigen, was man denn bei ihnen alles schönes machen kann,so als Fsjlerin mit bereits halb fertiger Ausbildung,die mir im schlechtesten Fall nicht anerkannt wird.
Eine weitere vernünftige Entscheidung habe ich heute,nach langer Überlegung getroffen, und zwar, dass Kater Mayhem die nächsten 6 Jahre seines Lebens nicht mehr das fressen muss, was die Bezeichung "Futter" gar nicht so wirklich verdient,wenn man sich anschaut,was da so drin ist.
Logisch, dass ich als einkommensschwächste Partei dieses Haushalts, die alleine für die Ernährung des Tierchens zuständig ist, auf die Idee komme und die einzige Person bin, die sich dafür ausspricht.
Barfen kommt aktuell nicht in Frage, hätte ich zwar durchgezogen, aber in unserer Gefriertruhe und den Vorstellungen meines Vaters ist kein Platz dafür, somit verbringe ich schon geraume Zeit damit, Inhaltsstoffe zu googlen.
Ich mache das oft,Inhaltsstoffe googlen; meistens,wenn es um die Pflege der sie-ist-längentechnisch-bei-der-Mitte-des-Rückens-angekommen-und-soll-bis-zum-Hosenbund-wachsen-Mähne, die ich mein eigen nenne, diverse andere Kosmetikprodukte,aber auch Nahrungsmittel geht, heute eben für die Katz.
Im Zuge dieser Internetumwälzung hat sich bis jetzt eine halbwegs vernünftige Lösung gefunden,so lange, bis ich, zitiere Vatersfreundin, auch außerhalb meiner FSJ-Arbeit in Innereien rumwühlen kann.
Über die Qualität dieser Aussage möchte ich an der Stelle nicht reden.
Ich bin mir sicher,das interessiert Sie brennend (Achtung, Ironie), aber ich hatte das dringende Bedürfnis, diese wichtigen Gedanken nieder zu schreiben. Ernsthaft hilfreiche Tipps und Empfehlungen sind natürlich gerne willkommen.
Nicht willkommen bin ich im Hause Kumpel-mit-der-weiblichen-Seite & Hasischatzi; dieser Umstand ist bereits bekannt,heute habe ich ihn aber todesmutig gegenüber dem Kumpel thematisiert, der nach 4 Versuchen auch endlich ans Telefon ging.
Er habe natürlich nichts gemerkt, und es sei doch schön,dass ich thematisiere, dass ich das Gefühl habe,Hasischatzi würde mich am liebsten tot sehen , nein, kein Problem,dass ich das sage, er freut sich,dass wenigstens einer so ehrlich ist und über Probleme spricht und nicht einfach weg bleibt (Wir sind befreundet. So leicht wirst du mich nicht mehr los), ja, man habe tatsächlich in letzter Zeit sehr wenig miteinander unternommen,aber dass er nur noch mit Hasischatzi anzutreffen sei? Sei ihm garnicht bewusst. Er müsse jetzt aber auflegen, heute würden Hasischatzi und er zu ihren Eltern fahren.
Mein Hirn fragte mich danach, ob es sich bitte erhängen dürfe, ich antwortete ihm, bloß nicht, ich brauch dich noch,und fügte ganz leise ein "Obwohl ich dich sowieso viel zu selten benutze"hinzu.
Später schrieb der Kumpel, Hasischatzi habe auf seine Nachfrage hin geäußert, sich keiner Schuld bewusst zu sein, sie frage sich, wie sie "derartige Signale" an mich aussenden konnte.
Eventuell durch Blicke des Todes, schnippische Bemerkungen, Komplimente mit integrierter hinterrücks-Beleidigung, vermutliches Löschen meiner SMS (der Kumpel behauptet immernoch, seit Juni keine mehr bekommen zu haben...) und ständiges Aushebelnwollen meiner Aussagen und Vorschläge.
Aber das sind ja nur Eventualitäten.
Ich sehe gerade beim Speziallöffel zur optimalen Entnahme für Katzenfutter, erhältlich bei einem bekannten Tierbedarfsonlineversand namens Zoo-Additionszeichen, eine Bewertung die da lautet: "(...)Dieser Löffel hat mein LEBEN VERÄNDERT! ".
Laut Beschreibung hat der 6-Euro-Löffel zudem ein attraktives Design, natürlich einer der wichtigsten Punkte überhaupt.
Bin ich die Einzige,die bei der ganzen Löffelgeschichte an den hier denken musste?
Vermutlich schon. Egal. Der Löffel verändert Leben. Vielleicht sollte ich mir auch mal einen zulegen, als Vorbereitung für die nächste Begegnung mit Hasischatzi.
Oder die nächste Absicherung, um mich vor betrunkenen "Wa-wa-was machsn DU beim roten Kreuz, stehste auf Uniform und fette Stiefel, wah?"-Kandidaten mit der Neigung, mich entweder umarmen oder mir eine runterhauen zu wollen, zu schützen.
Übrigens sind Stiefel mit Stahlkappe wirklich nicht zu verachten.
Wenngleich Sicherheitsschuhe um einiges bequemer sind als ein noch neues Paar ihrer Kollegen, die fälschlicherweise oft als "Springerstiefel" bezeichnet werden,und von denen ich gerade ein Paar einlaufe, nachdem ich die eigentlich gekauften umtauschen musste.
Hätte ich so einen ansprechenden Löffel,könnte ich damit auf den Schuh einprügeln, um ihn weicher zu bekommen.
Sie sehen, ein Katzenfutterlöffel ist eine wichtige Anschaffung für jeden einzelnen von uns, und sollte ich ihn bestellen, werde ich in spätestens einer Woche mit verklärten Augen im Fernsehen auftreten, mit den Worten:
"Ich muss schon sagen, der Katzenfutterlöffel hat mein Leben verändert".
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Zum Beispiel in einem Frittenbudeshirt zu einer Feier der alten Sache zu gehen, auf der sonst nur böse Blackmetalmenschen sind.
Oder die letzten Jahre damit zu verbringen, mein Herz an das Problem zu hängen. Und (dann?) an die alte Sache.
Und (wieder) an das Problem. Und so weiter, Sie wissen schon..
Oder dafür, mir genau dann das so lange vermisste Piercing wieder in die Lippe zu tackern, wenn der Sport fürs nächste Semester Basketball heißt und eisige Temperaturen herrschen. Aber mein Körperschmuck ist jetzt wieder komplett symmetrisch, das ist ja wohl die Hauptsache.
Edit: Oder dafür, mein freiwilliges soziales Jahr keinesfalls hier zu absolvieren und deshalb die Kreis-, bzw.Landesverbände von Hamburg bis München anzumailen,um mich zu erkundigen, was man denn bei ihnen alles schönes machen kann,so als Fsjlerin mit bereits halb fertiger Ausbildung,die mir im schlechtesten Fall nicht anerkannt wird.
Eine weitere vernünftige Entscheidung habe ich heute,nach langer Überlegung getroffen, und zwar, dass Kater Mayhem die nächsten 6 Jahre seines Lebens nicht mehr das fressen muss, was die Bezeichung "Futter" gar nicht so wirklich verdient,wenn man sich anschaut,was da so drin ist.
Logisch, dass ich als einkommensschwächste Partei dieses Haushalts, die alleine für die Ernährung des Tierchens zuständig ist, auf die Idee komme und die einzige Person bin, die sich dafür ausspricht.
Barfen kommt aktuell nicht in Frage, hätte ich zwar durchgezogen, aber in unserer Gefriertruhe und den Vorstellungen meines Vaters ist kein Platz dafür, somit verbringe ich schon geraume Zeit damit, Inhaltsstoffe zu googlen.
Ich mache das oft,Inhaltsstoffe googlen; meistens,wenn es um die Pflege der sie-ist-längentechnisch-bei-der-Mitte-des-Rückens-angekommen-und-soll-bis-zum-Hosenbund-wachsen-Mähne, die ich mein eigen nenne, diverse andere Kosmetikprodukte,aber auch Nahrungsmittel geht, heute eben für die Katz.
Im Zuge dieser Internetumwälzung hat sich bis jetzt eine halbwegs vernünftige Lösung gefunden,so lange, bis ich, zitiere Vatersfreundin, auch außerhalb meiner FSJ-Arbeit in Innereien rumwühlen kann.
Über die Qualität dieser Aussage möchte ich an der Stelle nicht reden.
Ich bin mir sicher,das interessiert Sie brennend (Achtung, Ironie), aber ich hatte das dringende Bedürfnis, diese wichtigen Gedanken nieder zu schreiben. Ernsthaft hilfreiche Tipps und Empfehlungen sind natürlich gerne willkommen.
Nicht willkommen bin ich im Hause Kumpel-mit-der-weiblichen-Seite & Hasischatzi; dieser Umstand ist bereits bekannt,heute habe ich ihn aber todesmutig gegenüber dem Kumpel thematisiert, der nach 4 Versuchen auch endlich ans Telefon ging.
Er habe natürlich nichts gemerkt, und es sei doch schön,dass ich thematisiere, dass ich das Gefühl habe,Hasischatzi würde mich am liebsten tot sehen , nein, kein Problem,dass ich das sage, er freut sich,dass wenigstens einer so ehrlich ist und über Probleme spricht und nicht einfach weg bleibt (Wir sind befreundet. So leicht wirst du mich nicht mehr los), ja, man habe tatsächlich in letzter Zeit sehr wenig miteinander unternommen,aber dass er nur noch mit Hasischatzi anzutreffen sei? Sei ihm garnicht bewusst. Er müsse jetzt aber auflegen, heute würden Hasischatzi und er zu ihren Eltern fahren.
Mein Hirn fragte mich danach, ob es sich bitte erhängen dürfe, ich antwortete ihm, bloß nicht, ich brauch dich noch,und fügte ganz leise ein "Obwohl ich dich sowieso viel zu selten benutze"hinzu.
Später schrieb der Kumpel, Hasischatzi habe auf seine Nachfrage hin geäußert, sich keiner Schuld bewusst zu sein, sie frage sich, wie sie "derartige Signale" an mich aussenden konnte.
Eventuell durch Blicke des Todes, schnippische Bemerkungen, Komplimente mit integrierter hinterrücks-Beleidigung, vermutliches Löschen meiner SMS (der Kumpel behauptet immernoch, seit Juni keine mehr bekommen zu haben...) und ständiges Aushebelnwollen meiner Aussagen und Vorschläge.
Aber das sind ja nur Eventualitäten.
Ich sehe gerade beim Speziallöffel zur optimalen Entnahme für Katzenfutter, erhältlich bei einem bekannten Tierbedarfsonlineversand namens Zoo-Additionszeichen, eine Bewertung die da lautet: "(...)Dieser Löffel hat mein LEBEN VERÄNDERT! ".
Laut Beschreibung hat der 6-Euro-Löffel zudem ein attraktives Design, natürlich einer der wichtigsten Punkte überhaupt.
Bin ich die Einzige,die bei der ganzen Löffelgeschichte an den hier denken musste?
Vermutlich schon. Egal. Der Löffel verändert Leben. Vielleicht sollte ich mir auch mal einen zulegen, als Vorbereitung für die nächste Begegnung mit Hasischatzi.
Oder die nächste Absicherung, um mich vor betrunkenen "Wa-wa-was machsn DU beim roten Kreuz, stehste auf Uniform und fette Stiefel, wah?"-Kandidaten mit der Neigung, mich entweder umarmen oder mir eine runterhauen zu wollen, zu schützen.
Übrigens sind Stiefel mit Stahlkappe wirklich nicht zu verachten.
Wenngleich Sicherheitsschuhe um einiges bequemer sind als ein noch neues Paar ihrer Kollegen, die fälschlicherweise oft als "Springerstiefel" bezeichnet werden,und von denen ich gerade ein Paar einlaufe, nachdem ich die eigentlich gekauften umtauschen musste.
Hätte ich so einen ansprechenden Löffel,könnte ich damit auf den Schuh einprügeln, um ihn weicher zu bekommen.
Sie sehen, ein Katzenfutterlöffel ist eine wichtige Anschaffung für jeden einzelnen von uns, und sollte ich ihn bestellen, werde ich in spätestens einer Woche mit verklärten Augen im Fernsehen auftreten, mit den Worten:
"Ich muss schon sagen, der Katzenfutterlöffel hat mein Leben verändert".
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Thema: gefunden.
21. Februar 12 | Autor: mayhem | 0 Kommentare | Kommentieren
Thema: oh happy day.
19. Februar 12 | Autor: mayhem | 0 Kommentare | Kommentieren
I hurt myself today, to see if I still feel...
Es ist noch da. Mein Herz ist noch da. Immernoch da.
Es ist da.Hier. Bei mir. In mir. Macht mich kaputt, aber lässt mich nicht hängen, das Herz.
Ich war gestern in der Absteige, alleine mit mir, weil das einzige Pärchen, auf das noch Verlass war, spontan zum schmatzenden Einheitsmenschenbatzen mutierte, aus dem sich nur gelegentlich wieder zwei Personen bildeten, wenn der Kriemhildfreund sie unterm Kinn packte, schüttelte und sagte, sie würde heute wieder rumzicken, und sie nur ein dümmliches "Hihihihihi" als Erwiderung rausbrachte, oder wenn er das Bedürfnis hatte, ihr auf den Arsch zu schlagen und sie nur ein "Also SCHATZ! Hihihihihi" zurückschlug.
"Sag mal, was ist denn jetzt mit deiner Gleichberechtigung und "Ich hab die Hosen an"?", fragte ich Kriemhild, als wir vor dem einzigen Spiegel in der Absteigentoilette standen, während sich die nächste Band schonmal warmschrie.
"Ja... keine Ahnung..." Immer diese klaren, präzise formulierten Aussagen.
"Hat was von Schoßhund, das Ganze", stellte ich fest, während sie den Lippenstift nachzog (der Verschleiß hatte sich heute schließlich dramatisch erhöht) und ich eine Sekunde lang überlegte, vielleicht auch zu renovieren, mich dann aber dagegen entschied. Prinzipiell immer leicht ungekämmt wirkendes Haar und die ein bisschen verschmierte Augenhalbumrandung gehören am Wochenende so fest zu mir, die Absteigenangestellten würden mich gar nicht mehr erkennen, sähe ich anders aus.
"Hmn ja, neee. Ja, wir haben uns halt heute früh ein bisschen gestritten", erklärte sie beim Kämmen und zusätzlichem Festbetonieren der bereits vor Veranstaltungsbeginn bombenfest geklebten Frisur mit noch mehr Haarspray.
Ich unterließ es, ihr zu sagen, dass ich an ihrer Stelle schon längst einen gezielten Faustschlag im Gesicht ihres Freundes platziert hätte, stattdessen stellte ich lediglich fest, am Ende wäre das ja ihre Entscheidung.
Mein Gedanken wanderten zurück zum Problem.
Wie er heute früh neben seiner Freundin in der Pausenhalle gesessen hatte, ein bisschen deplatziert wirkend und sich ziemlich sicher auch sehr deplatziert und unsicher fühlend, so allein gelassen mit ihren ganzen Freundinnen, die dabei saßen und ihn angafften.
Dann hat er in meine Richtung gesehen. Undeutbar. Sekundenlang.Sekunden werden gefühlt zu Minuten. Die Welt steht still.
You could have it all
My empire of dirt..
Ich zwinge mich geistig zurück in die Absteige und gehe zurück zur Bühne.
...I will let you down
I will make you hurt.
Vorbei am Kriemhildfreund, nach vorne, so wie immer, und die Musik ist eigentlich viel zu laut für mein rechtes Ohr, aber die Ohrenstöpsel liegen daheim auf dem Nachtkästchen, so, wie immer, und da ist auf einmal die Freundin der alten Sache neben mir und umarmt mich schüchtern zur Begrüßung, freut sich anscheinend, mich zu sehen, und da ist auch ihr Freund samt seiner Schwester und ihr, ich werde mehrfach begrüßungsumarmt und die Welt ist wieder im Gleichgewicht, in diesem Moment.
Dann gehen sie zur Bar, wollen nur was zu trinken holen, kommen aber die nächste halbe Stunde nicht wieder, und ich beschließe, im Dunkel vor der Bühne stehen zu bleiben. Ein einziger Scheinwerfer brennt da oben, er reicht nicht einmal aus, damit man die Band komplett sieht, als ein zweites Licht anfängt, zu flackern, wird lediglich ein schmaler Teil der vordersten Reihen ansatzweise angestrahlt, ich bin auch dabei, und wir sehen alle so bleich aus, kalkweiß, wir sind alle schwarz-weiß, außer mir, wegen meinem roten Haar, und unsere Gesichtszüge wirken wie in Stein gemeißelt, kantig sind wir und hart, manchmal treffen sich Blicke und es sehen sich zwei Schwarzweißmomentaufnahmen an, bis das Licht erneut aufflackert, hat man sich aber schon wieder aus den Augen verloren und ist alleine. Im Kollektiv alleine.
Das ist es, this is Absteige.
Vor meinem geistigen Auge wieder das Problem.
In meiner Idealvorstellung wären wir jetzt zusammen hier, vielleicht.
Beneath the stain of time
The feeling disappears
You are someone else
I am still right here
Aber dieser Mensch, das Problem, ist mir mit einem Mal fremder als der Fremde.
Es wird mir so klar, während über mir das Licht flackert und wir abwechselnd schwarzweiß oder im Dunkeln sind, während die Band auf der Bühne spielt, mit vollem Einsatz, und die seelenlosen Kalkfiguren tanzen.
Entfremdung.
Wir haben uns entfremdet, ich erkenn dich nich nicht wieder.
Erkenne ich dich nicht wieder?
Um mich herum tobendes Konzert, ich das Auge des Sturms, die Zeit steht still hier.
Ich sehe deine Person und verbinde sie mit deinem Namen, nicht mit einem Gefühl. Du bist kein Gefühl für mich. Du bist kein Alles für mich.
You are someone else..
Und da ist dieses Gefühl, dass es in Ordnung ist, dass du jemanden hast, der etwas für dich ist. Vielleicht sogar alles für dich ist.
Und ich empfinde weder Bedauern, noch Neid, nur einen unbestimmten dumpfen Schmerz, der von ganz weit weg zu kommen scheint.
Ich habe mal gesagt, ich überstehe das alles.
Vielleicht hatte ich Recht.
Ich bleibe den Abend über alleine unter Menschen, habe es relativ bald aufgegeben, mit Kriemhild Kontakt halten zu wollen, starte anstandshalber einen Versuch mit ihr, die neben mir steht, zu reden, der sich aber im Sande verläuft, weil ich mir so ungelenk vorkomme dabei, und die alte Sache steht ein paar Menschen weiter und somit außerhalb meiner Reichweite und auch er wirkt so fremd.
Die Entfremdung, die so um sich gegriffen hat, die gewütet hat über unserer Freundschaft, einfach so,ohne zu fragen, ob das ok ist und ohne einen Grund, an diesem Abend hat sie den letzten Teil auf dem Weg zu ihrem Maximum zurückgelegt, und ich habe es aufgegeben, dagegen ankämpfen zu wollen.
Unsere Gesichter immernoch im Wechsel zwischen kalkweiß und im Dunkel, ich emotional zwischen zittern und Ruhe, immernoch im Auge des Orkans.
Alte Sache, ich gebe es auf. Ein Stück weit. Für heute. Für die nächsten Wochen. Vielleicht auch länger.Vielleicht für immer.
Ich gebe es auf, zu versuchen, unsere Freundschaft zu retten.
Für mich ist aufgeben einer der schwierigsten Prozesse überhaupt, oft genug schwieriger als weitermachen.
Vielleicht kämpfe ich aus Routine. Oder weil Aufhören immer so viel Kraft gekostet hat, bis jetzt, und es dann doch nie etwas wurde. Bis jetzt.
Irgendwann schließe ich die Augen, ich mache das manchmal, wenn die Musik so ist, wissen Sie, und während ich so blind im Raum bin, höre ich im Stimmenrauschen um mich herum die Ankunft Fausts, der sich mit einer anderen Stimme unterhält, die ich schon einmal irgendwo gehört habe. Dann hört man wieder nur noch das Rauschen des Publikums im Raum und die Band auf der Bühne, zwischendurch Applaus, dann das nächste Lied, Publikumsgeräusche, nächstes Lied, weiter, nächtes Lied,bis ich eine Hand spüre, die mir auf die Schulter tippt.
Es ist Kriemhild, wir müssen gehen, denn im Gegensatz zu mir hat sie kein ü18-Bändchen bekommen, sie wurde zeitgleich mit mir kontrolliert und mein Bändchenankleber hatte sich verrechnet.
"Alles ok?", fragt sie. Jetzt. Ironie des Schicksals.
"Ja, passt schon, holt ihr doch schonmal eure Jacken, ich komme gleich."
Noch ein Abstecher zur Bar, um zu sehen, ob der Fremde da ist, in meiner aktuellen Stimmung hätte ich mich wohl einfach zu ihm gesetzt und mit ihm gesprochen, aber er war wie vom Erdboden verschluckt, genau so wie der Schlagzeuger, das einzige, was ich dort sah, waren gestresste Barkeeper, fremde Menschen und der Raucher, der mich nicht kannte, aber mir ein Begriff war, der mutmaßlicher Aushilfssänger für die Band des Schlagzeugers und des Fremden war und zwar nicht klassisch gut aussah, aber Ausstrahlung hatte. Ich fragte kurz das Herz, was denn es zu der Sache sagen würde, aber es tat das,was es schon den ganzen Abend getan hatte: Ruhig sein und Blut pumpen.
Ich mag ja eigentlich Menschen mit Ausstrahlung. Und interessanten Gesichtern.
Herz, sicher,dass du heute keine Gefühlsäußerung mehr von dir geben willst?, fragt das Gehirn unsicher, denn so kennen wir mein Herz garnicht.
Das Herz schweigt weiter und widmet sich stur seiner physischen Tätigkeit.
Na gut, sagt das Gehirn und sorgt dafür,dass ich die alte Sache und Co.suche, finde,die Abschiedsumarmungssequenz absolviere, mich in meinen Schal wickle und auf den Weg zum Ausgang mache, meinen Perso zurückholen.
Als ich mich nochmal umdrehe, sieht mich der Raucher von seinem Barhocker aus an, ich schaffe es sogar, eineinhalb Sekunden zurückzuschauen, für mehr reicht es nicht.
Man kennt ja meine Unsicherheit.
I am still right here...
------
Zitate aus dem verlinkten Hurt von Nine Inch Nails
(Heute mal das Original und nicht die, übrigens mehr als grandiose, Version von Johnny Cash)
Es ist noch da. Mein Herz ist noch da. Immernoch da.
Es ist da.Hier. Bei mir. In mir. Macht mich kaputt, aber lässt mich nicht hängen, das Herz.
Ich war gestern in der Absteige, alleine mit mir, weil das einzige Pärchen, auf das noch Verlass war, spontan zum schmatzenden Einheitsmenschenbatzen mutierte, aus dem sich nur gelegentlich wieder zwei Personen bildeten, wenn der Kriemhildfreund sie unterm Kinn packte, schüttelte und sagte, sie würde heute wieder rumzicken, und sie nur ein dümmliches "Hihihihihi" als Erwiderung rausbrachte, oder wenn er das Bedürfnis hatte, ihr auf den Arsch zu schlagen und sie nur ein "Also SCHATZ! Hihihihihi" zurückschlug.
"Sag mal, was ist denn jetzt mit deiner Gleichberechtigung und "Ich hab die Hosen an"?", fragte ich Kriemhild, als wir vor dem einzigen Spiegel in der Absteigentoilette standen, während sich die nächste Band schonmal warmschrie.
"Ja... keine Ahnung..." Immer diese klaren, präzise formulierten Aussagen.
"Hat was von Schoßhund, das Ganze", stellte ich fest, während sie den Lippenstift nachzog (der Verschleiß hatte sich heute schließlich dramatisch erhöht) und ich eine Sekunde lang überlegte, vielleicht auch zu renovieren, mich dann aber dagegen entschied. Prinzipiell immer leicht ungekämmt wirkendes Haar und die ein bisschen verschmierte Augenhalbumrandung gehören am Wochenende so fest zu mir, die Absteigenangestellten würden mich gar nicht mehr erkennen, sähe ich anders aus.
"Hmn ja, neee. Ja, wir haben uns halt heute früh ein bisschen gestritten", erklärte sie beim Kämmen und zusätzlichem Festbetonieren der bereits vor Veranstaltungsbeginn bombenfest geklebten Frisur mit noch mehr Haarspray.
Ich unterließ es, ihr zu sagen, dass ich an ihrer Stelle schon längst einen gezielten Faustschlag im Gesicht ihres Freundes platziert hätte, stattdessen stellte ich lediglich fest, am Ende wäre das ja ihre Entscheidung.
Mein Gedanken wanderten zurück zum Problem.
Wie er heute früh neben seiner Freundin in der Pausenhalle gesessen hatte, ein bisschen deplatziert wirkend und sich ziemlich sicher auch sehr deplatziert und unsicher fühlend, so allein gelassen mit ihren ganzen Freundinnen, die dabei saßen und ihn angafften.
Dann hat er in meine Richtung gesehen. Undeutbar. Sekundenlang.Sekunden werden gefühlt zu Minuten. Die Welt steht still.
You could have it all
My empire of dirt..
Ich zwinge mich geistig zurück in die Absteige und gehe zurück zur Bühne.
...I will let you down
I will make you hurt.
Vorbei am Kriemhildfreund, nach vorne, so wie immer, und die Musik ist eigentlich viel zu laut für mein rechtes Ohr, aber die Ohrenstöpsel liegen daheim auf dem Nachtkästchen, so, wie immer, und da ist auf einmal die Freundin der alten Sache neben mir und umarmt mich schüchtern zur Begrüßung, freut sich anscheinend, mich zu sehen, und da ist auch ihr Freund samt seiner Schwester und ihr, ich werde mehrfach begrüßungsumarmt und die Welt ist wieder im Gleichgewicht, in diesem Moment.
Dann gehen sie zur Bar, wollen nur was zu trinken holen, kommen aber die nächste halbe Stunde nicht wieder, und ich beschließe, im Dunkel vor der Bühne stehen zu bleiben. Ein einziger Scheinwerfer brennt da oben, er reicht nicht einmal aus, damit man die Band komplett sieht, als ein zweites Licht anfängt, zu flackern, wird lediglich ein schmaler Teil der vordersten Reihen ansatzweise angestrahlt, ich bin auch dabei, und wir sehen alle so bleich aus, kalkweiß, wir sind alle schwarz-weiß, außer mir, wegen meinem roten Haar, und unsere Gesichtszüge wirken wie in Stein gemeißelt, kantig sind wir und hart, manchmal treffen sich Blicke und es sehen sich zwei Schwarzweißmomentaufnahmen an, bis das Licht erneut aufflackert, hat man sich aber schon wieder aus den Augen verloren und ist alleine. Im Kollektiv alleine.
Das ist es, this is Absteige.
Vor meinem geistigen Auge wieder das Problem.
In meiner Idealvorstellung wären wir jetzt zusammen hier, vielleicht.
Beneath the stain of time
The feeling disappears
You are someone else
I am still right here
Aber dieser Mensch, das Problem, ist mir mit einem Mal fremder als der Fremde.
Es wird mir so klar, während über mir das Licht flackert und wir abwechselnd schwarzweiß oder im Dunkeln sind, während die Band auf der Bühne spielt, mit vollem Einsatz, und die seelenlosen Kalkfiguren tanzen.
Entfremdung.
Wir haben uns entfremdet, ich erkenn dich nich nicht wieder.
Erkenne ich dich nicht wieder?
Um mich herum tobendes Konzert, ich das Auge des Sturms, die Zeit steht still hier.
Ich sehe deine Person und verbinde sie mit deinem Namen, nicht mit einem Gefühl. Du bist kein Gefühl für mich. Du bist kein Alles für mich.
You are someone else..
Und da ist dieses Gefühl, dass es in Ordnung ist, dass du jemanden hast, der etwas für dich ist. Vielleicht sogar alles für dich ist.
Und ich empfinde weder Bedauern, noch Neid, nur einen unbestimmten dumpfen Schmerz, der von ganz weit weg zu kommen scheint.
Ich habe mal gesagt, ich überstehe das alles.
Vielleicht hatte ich Recht.
Ich bleibe den Abend über alleine unter Menschen, habe es relativ bald aufgegeben, mit Kriemhild Kontakt halten zu wollen, starte anstandshalber einen Versuch mit ihr, die neben mir steht, zu reden, der sich aber im Sande verläuft, weil ich mir so ungelenk vorkomme dabei, und die alte Sache steht ein paar Menschen weiter und somit außerhalb meiner Reichweite und auch er wirkt so fremd.
Die Entfremdung, die so um sich gegriffen hat, die gewütet hat über unserer Freundschaft, einfach so,ohne zu fragen, ob das ok ist und ohne einen Grund, an diesem Abend hat sie den letzten Teil auf dem Weg zu ihrem Maximum zurückgelegt, und ich habe es aufgegeben, dagegen ankämpfen zu wollen.
Unsere Gesichter immernoch im Wechsel zwischen kalkweiß und im Dunkel, ich emotional zwischen zittern und Ruhe, immernoch im Auge des Orkans.
Alte Sache, ich gebe es auf. Ein Stück weit. Für heute. Für die nächsten Wochen. Vielleicht auch länger.Vielleicht für immer.
Ich gebe es auf, zu versuchen, unsere Freundschaft zu retten.
Für mich ist aufgeben einer der schwierigsten Prozesse überhaupt, oft genug schwieriger als weitermachen.
Vielleicht kämpfe ich aus Routine. Oder weil Aufhören immer so viel Kraft gekostet hat, bis jetzt, und es dann doch nie etwas wurde. Bis jetzt.
Irgendwann schließe ich die Augen, ich mache das manchmal, wenn die Musik so ist, wissen Sie, und während ich so blind im Raum bin, höre ich im Stimmenrauschen um mich herum die Ankunft Fausts, der sich mit einer anderen Stimme unterhält, die ich schon einmal irgendwo gehört habe. Dann hört man wieder nur noch das Rauschen des Publikums im Raum und die Band auf der Bühne, zwischendurch Applaus, dann das nächste Lied, Publikumsgeräusche, nächstes Lied, weiter, nächtes Lied,bis ich eine Hand spüre, die mir auf die Schulter tippt.
Es ist Kriemhild, wir müssen gehen, denn im Gegensatz zu mir hat sie kein ü18-Bändchen bekommen, sie wurde zeitgleich mit mir kontrolliert und mein Bändchenankleber hatte sich verrechnet.
"Alles ok?", fragt sie. Jetzt. Ironie des Schicksals.
"Ja, passt schon, holt ihr doch schonmal eure Jacken, ich komme gleich."
Noch ein Abstecher zur Bar, um zu sehen, ob der Fremde da ist, in meiner aktuellen Stimmung hätte ich mich wohl einfach zu ihm gesetzt und mit ihm gesprochen, aber er war wie vom Erdboden verschluckt, genau so wie der Schlagzeuger, das einzige, was ich dort sah, waren gestresste Barkeeper, fremde Menschen und der Raucher, der mich nicht kannte, aber mir ein Begriff war, der mutmaßlicher Aushilfssänger für die Band des Schlagzeugers und des Fremden war und zwar nicht klassisch gut aussah, aber Ausstrahlung hatte. Ich fragte kurz das Herz, was denn es zu der Sache sagen würde, aber es tat das,was es schon den ganzen Abend getan hatte: Ruhig sein und Blut pumpen.
Ich mag ja eigentlich Menschen mit Ausstrahlung. Und interessanten Gesichtern.
Herz, sicher,dass du heute keine Gefühlsäußerung mehr von dir geben willst?, fragt das Gehirn unsicher, denn so kennen wir mein Herz garnicht.
Das Herz schweigt weiter und widmet sich stur seiner physischen Tätigkeit.
Na gut, sagt das Gehirn und sorgt dafür,dass ich die alte Sache und Co.suche, finde,die Abschiedsumarmungssequenz absolviere, mich in meinen Schal wickle und auf den Weg zum Ausgang mache, meinen Perso zurückholen.
Als ich mich nochmal umdrehe, sieht mich der Raucher von seinem Barhocker aus an, ich schaffe es sogar, eineinhalb Sekunden zurückzuschauen, für mehr reicht es nicht.
Man kennt ja meine Unsicherheit.
I am still right here...
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Zitate aus dem verlinkten Hurt von Nine Inch Nails
(Heute mal das Original und nicht die, übrigens mehr als grandiose, Version von Johnny Cash)
